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Manipulation ist eine alltägliche Gefahr. Wir haben weder aus alten Erfahrungen des zweiten Weltkrieges für immer und ewig gelernt, noch ist unsere Welt von diesen narzisstischen kranken Köpfen und ihrem Größenwahnsinn befreit!

Wir alle sind für Manipulation anfällig.

Beispiel: Untersuchungen ergaben, dass einer der effektivsten Wege, uns zum „Kaufen“ anzuregen, die Unterstützung Prominenter ist. Wenn ein Produkt von einem bekannten Menschen befürwortet wird, verändert sich bei den meisten Menschen unbewusst die innere Haltung dazu sofort und es entsteht ein unkritischer Vertrauensvorschuss. Für uns Menschen ist das Bedürfnis „dazu zu gehören und nicht sozial ausgegrenzt zu sein“ oft zentral wichtig. Prominente vermitteln unserem Gehirn das Gefühl Vertrautheit und Identifikation.

Warum ist das so? Einiges lässt sich auf die Entwicklung unseres Gehirns zurückführen.

Der Mensch hat sich in sehr kleinen Stämmen und Gruppen entwickelt, in denen wir uns untereinander bestens kannten. Diese Gruppen boten Schutz, Stabilität und gleichzeitig Identifikation. Jeder musste sich auf den anderen verlassen und wir waren aufeinander angewiesen. Ohne diese Gruppe waren wir nicht überlebensfähig. Es gab aufgrund der Intimität und Nähe keine Versteckspielchen.

Unser Verstand nimmt aufgrund unserer Entwicklungsgeschichte an, dass wir die Wahrheit von Täuschung unterscheiden können. Jeder Stammesführer, der die Gruppe ausnutzte oder zu ihrem Nachteil handelte, wurde schnell enttarnt und verstoßen bzw. umgebracht. Täuschung war ausgeschlossen.

Heute ist es anders! Nur ist unser Gehirn nicht mitgewachsen. Wir haben keine tägliche Nähe und Vertrautheit zu unseren „Anführern“ oder selbsternannten Machern, Wortführern und Meinungsbildnern. Wir leben nicht mehr in kleinen Stämmen, sondern inmitten von Millionen von Menschen mit persönlichen und wirtschaftlichen Interessen und Zielen. Wir bekommen von den meisten Menschen eine Fassade zu Gesicht. Täuschungen sind alltäglich. Wir werden immer wieder in die Irre geführt und für egoistische Motive von Hochstablern, Diktatoren, Narzissten, Egoisten, Fundamentalisten und komplexbeladenen Menschen benutzt und aktiviert.

Warum sind wir manipulierbar?

Wenn man sich ein wenig mit unserem Gehirn und unserem „Ego“ beschäftigt, fallen weitere Anfälligkeiten für Manipulation oder Fehlentscheidungen auf. Unser Ego versucht täglich immer wieder, unserem Bild von uns gerecht zu werden und Komplexe zu verdecken.

Es gibt bestimmte Motive des Egos, die „Trigger“ dafür sein können. Diese Motive werden sehr gerne als Manipulationsinstrument benutzt.

Gier oder Sucht: Man ködert Menschen mit Geld, Luxus, Besitz, Sex oder anderen Konsumgütern oder attraktiven Vorstellungen, nutzt Notlagen und Abhängigkeiten aus beziehungsweise macht sie abhängig.

Angst und Drohung: Man ängstigt Menschen oder droht mit Konsequenzen, die Panik, Verlust oder Schrecken auslösen. Somit lähmt man sie, besonnen zu handeln, verunsichert sie und bringt sie dazu, etwas zu tun, was sie eigentlich nicht wollen.

Ausgrenzung und Beschuldigung: Man verbreitet Unwahrheiten über Personen, spielt sie gegeneinander aus und prangert sie an. Dadurch erzeugt man Ausgrenzung. Jeder möchte lieber den Schuldigen bekämpfen, anstatt selbst beschuldigt zu werden: das „weiße-Westen-Prinzip“!

Schmeichelei, Anerkennung, Status und Bestätigung: Man schmeichelt Menschen, hebt ihr Selbstgefühl, gibt ihnen Privilegien, bevorzugt sie, pudert ihre Eitelkeit, fördert die Selbstüberschätzung oder gaukelt ihnen Gefühle vor und macht sie somit emotional gefügig.

Einschüchterung: Man schüchtert Menschen stark ein, isoliert und verwirrt sie, betont ihre Fehler, ihre Herkunft, Geschichte, Mängel oder wunden Punkte. Man behandelt sie unwürdig.

Sicherheit, Versprechungen und gleichzeitig Wegnahme von Verantwortung/ Entmündigung: Man macht Menschen Versprechungen, wiegt sie in Sicherheit, gaukelt ihnen vor, alles wäre zu ihrem Besten geregelt und schaltet so ihre inneren Warnsysteme ab. Gleichzeitig benutzt man ihr Vertrauen und entmachtet sie.

Verpflichtung und Verantwortung, Ehrgeiz, Konkurrenz: Man überschüttet Menschen mit Anforderungen, Regelungen und Erwartungen und packt sie bei Verantwortungs- Leistungs-und Verpflichtungsgefühl. Zusätzlich stellt man Macht- und Konkurrenzkämpfe auf.

Viele Manipulationstechniken sind ganz alltäglich. Wir begegnen ihnen oft, ohne es zu bemerken. Es lohnt dich, sich dafür zu sensibilisieren.

Manipulation wird häufig durch Wiederholung herbeigeführt. Die täglichen Werbesendungen sind ein gutes Beispiel: Kein Unternehmen käme auf die Idee, einen Werbespot nur ein einziges Mal zu senden. Je öfter wir Begriffe und Bilder verwenden, umso eingängiger und selbstverständlicher werden sie für andere Menschen.

Desweiteren werden Behauptungen gerne als Manipulationsmittel eingesetzt. Für viele Menschen ist es schwierig, die Geschehnisse und Interpretationen eines Sachverhalts im Gesamtzusammenhang zu betrachten und zu bewerten. Menschen sind dankbar, wenn man ihnen sagt, dass etwas „so oder so“ ist. Dies gilt insbesondere für Menschen ohne starken Selbständigkeitsdrang.

Durch Sprache kann sehr gut manipuliert werden. Mit Schlagwörtern, Fremdwörten, „Intellektueller Präsentation“ und Übertreibungen wird aus einer Sache mehr gemacht, als eigentlich dahintersteckt. Mit unfairen Techniken der Dialektik (Übertreibung, Verzerrungen, Syllogismen, Verdrehung von Meinungen usw.) wird gezielt beeinflusst und verunsichert. Ebenso das Visualisieren der Elemente, die bedeutsam sind und nicht derer, die den Gesamtzusammenhang aufzeigen und der Einsatz von auditiven oder visuellen Ankern.

Manipulation kann auch durch Information geschehen. Mit Überinformationen/komplexen Anweisungen werden Menschen solange zugeschüttet, bis sie nicht mehr wissen, worum es eigentlich geht. Informationen werden vorenthalten, um bestimmte Ziele zu erreichen. Der Information wird gleichzeitig eine Bewertung zugeordnet.

Innere Unabhängigkeit ist trainierbar

Zunächst einmal ist es wichtig, Manipulationstechniken zu kennen, um sie entlarven zu können. Nimm Dir täglich eine der oben genannten Techniken heraus und beobachte, ob Du sie im Alltag finden kannst. Eine weitere Möglichkeit des „Trainings“ besteht darin, Personen oder Situationen genauer zu beobachten, die Du als manipulativ empfindest. Welche Techniken werden angewendet und mit welchem Ziel?

Wann bist Du anfällig für Manipulation? Lerne die Trigger Deines Egos kennen und nimm die Verletzungen, Ängste oder Bedürfnisse wahr, die dahinter liegen.

Im nächsten Schritt ist es wichtig, Dich rechtzeitig vom Ego zu „distanzieren“, wenn jemand diesen Trigger berührt: „Das ist nur meine Prägung, ich kann mich davon lösen! Ich bin NICHT Opfer meiner Prägung!“ Reagiere also nicht direkt impulsiv auf das ausgelöste Gefühl (Angst), sondern beobachte das, was in Dir diese Angst auslöst. Schaffe Platz zwischen Reiz und Reaktion.

Der Auslöser ist nicht schuld an Deinem starken Gefühl, die Intensität des Gefühls lässt auch nicht darauf schließen, dass das Gefühl angemessen ist oder der Auslöser die Wahrheit spricht.

Der Trigger löst so ein starkes Gefühl aus, weil er in Resonanz geht mit etwas, was vorher schon da ist. Löse Dich erst von dieser Aktivierung, bevor Du einschätzen kannst, ob etwas bedrohlich ist. Das braucht manchmal einige Zeit. Du brauchst einen hilfreichen Anker, ein RESET, um wieder klar zu werden.

Stoppe Deine destruktiven Gedanken und komme innerlich zur Ruhe durch einen Spaziergang in der Natur oder ein paar tiefe Atemzüge über einige Minuten.

Erst, wenn Du innerlich zentriert bist, solltest Du wieder einen Blick auf den manipulativen Auslöser richten und überlegen, wie Du damit umgehen möchtest.