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Das neue Jahr bringt für viele Menschen gute Vorsätze mit sich. Wir schauen auf das, was sich ändern soll und wollen vieles besser machen. Angestrebte Idealbilder zieren unsere Vorstellungen und inneren Bilder von uns. Und dann sind wir schon bald wieder mitten im neuen Jahr und nichts hat sich großartig geändert oder?

Das Jahr treibt uns gefühlt vorwärts und rauscht an uns vorbei. Die perfekten Skizzen wurden von der Realität überrollt.
Gute Ideen sind aufgeflackert und dann in der Unbewusstheit des Alltags wieder verschwunden. Wir wollten etwas ändern, eine Entscheidung treffen, einen anderen Weg wählen, das Leben anders gestalten.

Doch irgendetwas gibt es ja in uns, was uns immer wieder jedes Jahr neu dazu veranlasst, Wünsche, Impulse oder Unzufrie- denheit zu spüren und das Bedürfnis zu haben, etwas zu verändern oder mehr Bewusstheit in unser Leben zu bringen. Jeder von uns kennt diese nachdenkliche leise oder laute Stimme in uns, dieses Gefühl oder die innere Gewissheit, dass es nicht genau so weitergehen sollte im nächsten Jahr. Veränderungen sind wirksam, wenn wir sie „jetzt“ verwirklichen! Vielleicht sollten wir einfach unseren Perfektionismus begraben und uns von guten Vorsätzen lösen.

»Gute Vorsätze sind Schecks, auf einer Bank gezogen, auf der wir kein Konto haben« Oskar Wilde

Es geht nicht darum, unsere Mängel auszubessern, sich ständig selbst zu optimieren oder das perfekte Bild von uns zu ver- wirklichen. Das alles ist ein Zeichen von innerem Mangel. „Mangel ausmerzen“ ist die Grundmelodie unseres modernen Lebens, die mit all unseren Anstrengungen und guten Vorsätzen nicht verstummen wird. Nicht mit dem Erfolg kommt die Fülle. Sie war schon immer da. Sie ist die Voraussetzung für Erfolg und Zufriedenheit.

Fange an, Deine Fülle und die Fülle Deiner Mitmenschen zu erkennen und aus der Fülle heraus zu gestalten und zu leben. Mit
der Erkenntnis Deiner Fülle wirst Du keineswegs stagnieren. Ganz im Gegenteil: Du wirst voller Freude wachsen und lernen und alle Hindernisse für gesunde Lebendigkeit aus dem Wege geräumt haben. Du wirst bemerken, dass Du keine Vorsätze mehr benötigst und auch mit Unzulänglichkeiten sehr gut leben kannst. Du kommst ganz natürlich dauerhaft und dynamisch in Bewegung, anstatt Dich durch Perfektion zu blockieren.

»Wir brauchen nicht so fort zu leben, wie wir gestern gelebt haben. Macht euch von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein« Christian Morgenstern

Das „Jahr“ ist eine willkürlich gewählte Menge von Zeit, mit willkürlich festgelegten Anfangs- und Endpunkten. Natürlich besteht über die Gültigkeit dieses „psychologischen Konstruktes“ allgemeine Übereinstimmung. Die Bezeichnung „Jahr“ mit bestimmten Ritualen, Zielpunkten und Strukturen gibt uns Stabilität. Für den Beruf brauchen wir das „Geschäftsjahr“, um Ergebnisse zu bewerten, Ziele zu formulieren, Zahlen in Bezug zueinander setzen zu können. Und trotzdem ist es eine „psychologische“ Grenze, die wir beim Jahresübergang von 2019 zu 2020 durchschreiten.

Letztendlich ist es der Strom der Zeit, den wir versuchen in Häppchen zu schneiden, indem wir Zeit versuchen zu messen.
Der Strom der Zeit ist unendlich und kennt weder Anfang noch Ende. Auch das ist Fülle. Unsere wahre Essenz ist verbunden mit dieser Fülle der Unendlichkeit. Unser zeitlich begrenztes körperliches Leben ist lediglich eine kleine Erscheinung, die kommt und bald wieder geht innerhalb des unendlichen Zeitstroms.

Die Behauptung: „Ich habe keine Zeit“, stimmt also nicht, auch, wenn unser subjektives Erleben uns das sicherlich oft so empfinden lässt. Jeder hat gleich viel Zeit! Zeit können wir streng genommen auch nicht „haben“, denn sie ist nicht zu besitzen. Jeder von uns kann innerhalb des unendlichen Zeitstroms sein Leben mit unterschiedlichen Erlebnissen und Erfahrungen füllen. Wir „haben“ kein Leben, wir SIND das Leben und machen eine Erfahrung innerhalb dieser gefühlten Zeitspanne als eben dieser Mensch.

Jeder von uns wird Zeit anders empfinden und nutzen. Empfundene Zeit ist anders als gemessene Zeit! Das Erleben spielt hier eine wichtige Rolle! Doch wie kannst Du die Qualität Deines Erlebens verbessern? Wie kannst Du Deine Fülle spüren? Ich denke, dass es wichtig ist, jederzeit sich seiner selbst bewusst zu sein! Und das zu jeder Zeit! Nicht nur am Jahresende.

– Was fange ich mit meiner Zeit denn so alles an?
– Wie oft bin ich in Gedanken und Wertungen abwesend?
– Wie oft bin ich mir des gegenwärtigen Augenblicks wirklich bewusst?
– Wie oft verzerren meine gedanklichen Geschichten die Fülle des Augenblicks?
– Wie oft konzentriere ich mich auf meinen Mangel oder den meiner Mitmenschen?
– Wie oft befinde ich mich im Hamsterrad des Alltags und bekomme überhaupt nicht mit, wie die Zeit verrinnt?

Es lohnt sich, die eigene Beziehung zum gegenwärtigen Moment einmal zu untersuchen, denn diese Beziehung steht für unsere Erfahrungen von Mangel oder Fülle. Womit verschwendest Du häufig Deine Zeit, ansatt Dir der Fülle des Augenblicks bewusst zu sein? Meine Top 8 für Zeitverschwendung sind:

1. Sich Sorgen machen oder grübeln
2. Sich ärgern (vor allem über etwas, was unveränderlich ist)
3. Übermäßig Digital surfen oder Fernsehen
4. Über andere Menschen lästern oder sich aufregen
5. Streiten und/oder Recht haben müssen
6. Ständiger Kampf nach Anerkennung und Bestätigung
7. Vor Deinen wahren Gefühlen oder der Begegnung mit Dir selbst flüchten und Dich ablenken/benebeln
8. Menschen zur Einsicht bringen, die keine Einsicht wollen

Überlege einmal, welche dieser Aktivitäten wie viel Deiner Zeit des Tages in Anspruch nehmen. Wie viel Zeit ist das hochge- rechnet auf ein Jahr? Auf viele Jahre?

Es ist nicht nur zum Jahreswechsel wichtig, Bewusstheit in Dein Leben zu bringen. Beobachte wie ein Kind und lasse das Leben auf Dich wirken. Sei 100% anwesend im jetzigen Moment und lasse das los, was Du nicht beeinflussen kannst. Nutze Deine Zeit für das, was Dir wirklich etwas bedeutet. Verschiebe es nicht, fange heute damit an, denn HEUTE beginnt Dein neues Leben. Der Jahreswechsel erzeugt einzig und allein eine andere Zahl auf dem Papier. Nicht mehr – nicht weniger.

Alles Gute, wertvolle Erfahrungen und von Herzen Bewusstheit wünsche ich Dir für das Jahr 2020 …