Wie gelingt Veränderung und wie erreichen wir unseren Wunschzustand?

Warum Veränderung oft nicht gelingt

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 20 August 2019

Ist das, was du willst auch das, was Du brauchst?

Es gibt Menschen, die wollen Veränderung, sind aber nicht bereit oder in der Lage, den Weg dorthin auf sich zu nehmen. Kein Ziel der Welt lässt sich ohne Einsatz dafür erreichen. Wir wissen, dass es Irrsinn ist, einen Wunschzustand erreichen zu wollen, aber weiterhin das Gleiche zu tun oder zu lassen wie vorher. Trotzdem gibt es in uns Menschen ein Hindernis, das sich Bequem- lichkeit nennt. Ist diese dann noch gepaart mit Ungeduld, kann dieses Pärchen in uns erfolgreich verhindern, dass wir jemals bei dem ankommen, was wir eigentlich wollen. Erfolg kann sich nur bei Dir einstellen, wenn Du bereit bist, einen aktuellen Impuls Deinem großen Ziel unterzuordnen.

Perfektionismus ist ein „Erfolgsverhinderer“!


Ein weiteres Hindernis ist Perfektionismus. Viele ehrgeizige Menschen setzen sich Ziele, die einer „Phantasieblase“ gleichen. Sie identifizieren sich mit ihren Wunschvorstellungen und setzen zu hohe Maßstäbe oder Erwartungen an. Leider vergessen sie dabei, wie die Realität aussieht, der sie sich eigentlich stellen müssten, um in nachhaltige Aktion zu kommen. Das führt dazu, dass sie sich dauerhaft in einer erfolglosen und frustrierenden Zerrissenheit befinden.

Kennst Du das: Den perfekten Teil in Dir kannst Du nicht erfüllen und dem bequemen, ängstlichen, unsicheren oder depressiven Teil in Dir willst Du nicht begegnen – er wird verdrängt und blockiert deshalb regelmäßig weiteres Fortkommen.
Die daraus resultierende Wut und Enttäuschung bewirken, dass sich diese Zerrissenheit wie ein Teufelskreis immer weiter fortsetzt. Es folgen wieder überideale Ziele, um dem Frust zu entfliehen und Dich zu motivieren, die wiederum nicht erfüllbar sind und zur nächsten Enttäuschung führen.

Der Lernprozess kann erst beginnen, wenn Du begriffen hast und akzeptierst, wo Du wirklich ansetzen musst!

Es ist wichtig, ein Ziel „ökologisch“ zu formulieren. Das bedeutet, dass es unter Berücksichtigung Deiner aktuellen Lebens- situation, Deinen Bedürfnissen, inneren Wahrheiten und Deinen aktuellen Möglichkeiten gut für Dich und realistisch sein muss. Viele Menschen verfolgen ein Ziel eine Zeit lang sehr akribisch, insbesondere dann, wenn die Einstiegsmotivation hoch ist. Doch sobald die Veränderung Einschnitte erfordert oder sich nicht sofort Erfolge einstellen, lassen sie sich schnell von angenehmeren Impulsen oder „Verpflichtungen“ ablenken.

Natürlich hat der Verstand hinterher dafür immer wieder eine passende Ausrede parat, die nicht in uns liegt, sondern mit äußeren Verursachern zu tun hat. Das passiert vor allem dann, wenn das Ziel eben nicht ökologisch ist oder oberflächlich ausgewählt wurde und die eigentlichen Wurzeln für das Problem nicht erfasst werden. Egal wie sehr wir uns bemühen, wir torpedieren uns bei der Veränderung selbst, weil wir wichtige Bedürfnisse oder Ängste nicht berücksichtigt haben. Unser
Inneres strebt immer nach Balance. Wenn wir uns aus der Balance bringen, wird es sich geschickte Mittel einfallen lassen,
um diese wiederherzustellen.

Beispiel: Du mutest Dir zu viele „To dos“ und eng geplante Termine während Deiner Arbeitszeit zu und isst zum Ausgleich
viele Süßigkeiten und Plätzchen. Ebenso plünderst Du abends den Kühlschrank zu später Stunde. Nachdem Du 5 Kilogramm zugenommen hast, verordnest Du Dir ab sofort strenge Diät. Nach einiger Zeit wirst Du rückfällig und nimmst mehr zu als vorher. Du steckst in der Falle zwischen Verzicht und „Fressattacken“. Eine dauerhafte Veränderung gelingt nicht.

Die Lösung würde darin liegen, Deine Aktivitäten auf das zu reduzieren, was in einem gesunden Rahmen liegt, Dir Pausen zu gönnen und Deine Bedürfnisse nach Entspannung nicht zu ignorieren. So könnte sich Dein Essverhalten dauerhaft in eine maßvolle Bahn bewegen, da der Körper sich keine kurzfristige Kompensation mehr suchen müsste. Diäten lässt Du komplett fallen.

Eine Veränderung gerät natürlich auch ins Stocken, wenn wir uns nach der ersten Minderung des Problems der verlockenden Bequemlichkeit wieder hingeben: Schweinehund lässt grüßen 😉 Der Schmerz lässt etwas nach und ruckzuck geraten wieder andere Prioritäten in den Fokus. Kennst Du solche Situationen? Welche Veränderung strebst Du an und welchen Einsatz bist Du bereit dafür zu bringen? Was sind Deine typischen Ausreden?

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Bild #272447315 © Photocreo Bednarek / Adobe Stock

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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