Den Umgang mit schwierigen Menschen effektiver gestalten!

Umgang mit schwierigen Menschen

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 13 Oktober 2017

So begegnest Du „schwierigen Menschen“ am besten

Im Alltag begegnen wir immer einmal wieder Menschen, die wir als „schwierig“ oder „kompliziert“ empfinden oder die negative Stimmung, Stress und Ärger bei uns auslösen. Nicht immer können wir ihnen aus dem Weg gehen. Wir treffen sie beruflich, an der Kasse, beim Parken, in öffentlichen Einrichtungen, auf Feiern, bei Familientreffen und zu vielen anderen Anlässen. Manchmal begegnen wir ihnen sogar wiederholt, weil sie unser Chef, Kunden, ein enges Familienmitglied oder Kollegen sind.

Doch was kannst Du tun, um diesen Menschen angemessen zu begegnen und Dir nicht den Tag zu verderben?

Niemand kann Unfrieden in Dir auslösen, wenn Du es nicht zulässt! Du tust es selbst in Dir! Übernimm die Verantwortung für Deine Gefühle. Gesteh Dir ein, was Dich genau ärgert oder verletzt und schaffe inneres Bewusstsein dafür. Eigentlich ist es nicht die Person, die uns ärgert, sondern wir ärgern uns über das Verhalten. Welches Verhalten bemerkst Du und welches Gefühl löst dieses Verhalten in Dir aus?

Verhaltensweisen, die stark von dem abweichen, was wir für richtig und korrekt halten, können uns besonders schnell provozieren. Unser Ego hält unsere Meinung unbewusst oder auch bewusst für die „Realität“ und verurteilt alle Menschen, die einer anderen Realität folgen. Enttäuschung und Ärger sind also vorprogrammiert. Mache Dir bewusst, dass keine Realität der anderen gleicht und trotzdem den gleichen Anspruch hat zu existieren. Deine Realität ist nur eine Variante von Milliarden möglichen anderen Varianten. Es gibt nicht „richtig“ oder „falsch“ sondern nur „anders“.

Natürlich gibt es Situationen, in denen Du nicht jedes Verhalten tolerieren kannst. Du darfst etwas einfordern und handeln und gleichzeitig brauchst Du die Person dafür nicht ablehnen oder wütend sein. Handlung braucht keine Negativität. Innere Ruhe und Gelassenheit helfen Dir dabei, nicht impulsiv zurückzuschießen, sondern einfach nur Deinen Standpunkt deutlich zu machen.

Typische Verhaltensweisen, die Ablehnung bei uns auslösen sind: Vorwürfe, übertriebener Perfektionismus, Kontrolle, unbegründetes Misstrauen, extremes Wettbewerbsdenken, Opferhaltung, Klammern, verbissenes Verharren auf dem eigenen Standpunkt, Geiz, an allem das Haar in der Suppe suchen und finden, Besserwisser, Pessimisten, Verdrehung der Tatsachen, Unzuverlässigkeit, Angeberei, den Schuldigen suchen, Drohungen, emotionale Überreaktion und Jammern.

Was können wir noch tun? Wenn Du widersprichst und versuchst zu überzeugen, hast Du fast immer schlechte Karten. Du wirst verlieren, weil Dein Gegenüber in diesem Spiel viel geübter und besser ist als Du. Gehe eher auf das Grundbedürfnis ein, was dahinter steckt. Oft ist es so etwas wie Angst davor, unzulänglich, minderwertig, schwach zu sein oder zu versagen, Unsicherheit, Neid, Wunsch nach Lob und Anerkennung oder Hilfe. Bleibe ganz ruhig und fest bei Deinem Standpunkt
und lasse Dich nicht auf Diskussionen ein.

Wenn jemand dich angreift oder provoziert, ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren. Rechtfertige Dich in keinem Fall. Dein Gegenüber will oft keine Lösung sondern Kampf. Steige nicht in emotionale Schlammschlachten ein. Lass dem anderen seine Meinung und gerne auch das Siegesgefühl, bleibe aber sachlich bei Deiner Meinung. Rechthaberei hat nichts mit Stärke zu tun.

Halte innerlich Abstand und zeige dem Problempartner, dass Du keine Lust dazu hast, sein Feind zu sein. Lass ihn ausreden und unterbreche ihn nicht. Reagiere aber nicht auf seine verletzenden oder negativen Aussagen oder die Provokation. Lass Dich im Gegenzug auch nicht unterbrechen, wenn Du sprichst und stecke deutlich Grenzen ab. Wenn es sich zuspitzt, verlasse die Situation rechtzeitig, indem du z.B. auflegst oder zum WC/Kaffeeautomaten verschwindest. Warte ab, bis sich Deine Gefühle wieder beruhigt haben.

Wenn ein „Opfer“ keine Lösung will für sein Problem, dann versuche nicht Deine Hilfe aufzudrängen. Frage konsequent nach der Lösung und wenn dort wieder der Fokus auf das Problem gelenkt wird, dann lasse Dich zu keinerlei weiteren Hilfen oder Tipps hinreißen. Wenn die Angriffe zu extrem, verletzend werden und Deine Grenze überschreiten, dann musst Du Dich schützen und aussteigen.

Lass Dich weder ausnutzen, noch beschimpfen oder zwingen. Gehe keine faulen Kompromisse ein. Du bist Dein eigener Chef. Behalte die Verantwortung für Dein Wohlbefinden und Deine Stabilität. Finde Frieden damit, dass es dafür dann eben keine optimale Lösung gibt.

Vor allem schlage Dir einen Zwang aus dem Kopf: Ich muss es allen Menschen recht machen und ich muss mit jedem auskommen. Befreie Dich davon, denn es werden immer wieder Personen Deinen Weg kreuzen, die so unzufrieden mit sich selbst sind, dass Sie Ärger suchen und sich das Leben selbst schwer machen …

Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © zinkevych (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Kommentare

  1. Entschuldigung, aber ich denke es gibt durchaus ein Richtig und Falsch und nicht nur ein anders.
    Ich denke da nur an moralische Aspekte (zB beider Diskussion über Pädophilie).

    Gruß.

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