Stimmungstief im Herbst - Nein Danke - keine Zeit für Herbstdepressionen!

Stimmungstief im Herbst – Nein Danke!

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 25 September 2014

In großen Schritten naht die dunkle und kalte Jahreszeit. Die Nacht erscheint bald wieder länger. Der Wecker klingelt, es ist dunkel. Wir kommen abends nach Hause und schauen schon wieder in die Nacht. Es wird unangenehmer nass und manchmal bläst uns der Wind um die Ohren. Die grünen Farben verwandeln sich zunächst in leuchtende Rot- und Gelbtöne und dann in braune Erdfarben. Wir stellen zu Hause die Heizung an und setzen uns morgens in den kalten Wagen. Die wärmeren Jacken werden wieder herausgeholt, die Füße und Hände werden schnell kalt.

Dieser Übergang vom Sommer zum Herbst fällt vielen Menschen nicht leicht. Die Dunkelheit und Schwere erzeugt bei uns oft auch ein schweres Gemüt, Müdigkeit, Antrieblosigkeit und Niedergeschlagenheit. Es ist nicht immer eine Herbstdepression. Aufmerksam solltest Du jedoch dann werden, wenn die dunklen Gedanken gar nicht wieder verschwinden. Es kann auch sein, dass sich Emotionalität, Sorgen, Dünnhäutigkeit oder Ängste in dieser Zeit verstärken. Oft bewegen wir uns weniger und haben Lust auf kohlenhydrat- und fettreiche Nahrung. Wir würden gerne länger schlafen und quälen uns morgens aus dem Bett. Wahre Freude will sich nicht wirklich einstellen. Als Auslöser gilt vor allem Lichtmangel. Südländer leiden viel seltener unter Herbstdepressionen. Man nimmt an, dass der Serotonin und Melatonin Haushalt eine wichtige Rolle spielt.

Mein Tipp: Sorge immer wieder für frische Luft, Bewegung und vor allem Licht! Das hilft den Hormonen wieder auf die Sprünge. Notfalls kann auch eine Lichttherapie die Beschwerden lindern. Auch, wenn es schwer fällt, gehe in der Natur joggen und nicht in geschlossenen Räumen. Wähle Aktivität anstatt der Couch, wenn Du Dich unwohl fühlst. Vitamine verringern ebenfalls die Beschwerden. Süßigkeiten bewirken nach einem sehr kurzfristigen Hoch eher das komplette Gegenteil! Ebenso ist es mit Alkohol. Alkohol macht zunächst zwar vieles erträglicher, verstärkt danach jedoch die dunkle Stimmung extrem.

Nährstoffe – welche die Stimmung positiv beeinflussen


Vorstufen des Serotonins sind z.B. in Bananen, braunem Reis, Fenchel, Feigen, Kartoffeln, Spinat, Tomaten und blaugrünen Algen enthalten. Dopamin ist für Aufmerksamkeit, Freude sowie geistige Klarheit verantwortlich. Lebensmittel, die helfen, den Dopaminspiegel zu erhöhen sind z.B. Schalentiere, Geflügel und Sojaprodukte. Noradrenalin steuert die Appetitkontrolle, die Motivation sowie den Antrieb. Mageres Rindfleisch, Fisch, Geflügel, Käse, grünes Gemüse, Avocado, Sojaprodukte, blaugrüne Algen, Hafer, Äpfel, Ananas, Bananen und Mandeln enthalten die Bausteine, aus denen dann vom Körper Noradrenalin gebildet werden kann.

Calcium: Früchte, wie Orangen, Kiwi, Melonen, Bananen und Erdbeeren enthalten besonders viel Calcium. Zu den calciumreichen Gemüsesorten gehören z.B. Spinat, Erbsen, Spargel und Kohl. Aber auch Sesamsamen, Sonnnenblumen- und Kürbiskerne sowie Nüsse enthalten viel Calcium.

Zink: Gute Zinkquellen sind z.B. Kürbiskerne, Nüsse, Pilze, Weizenkeime, Kichererbsen, Hafer und Hülsenfrüchte.

Chrom: Gute Quellen für Chrom sind u.a. Mais, brauner Reis, Vollkornprodukte, Kartoffeln und Pilze.

Magnesium sorgt für eine Aktivierung der B-Vitamine und unterstützt die Entspannung von Nerven und Muskeln. Kiwis, Feigen, Äpfel, Bananen, Tomaten, Kürbis, Mais, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Knoblauch, Nüsse, Weizenkeime, Vollkornprodukte und Eier sind reich an Magnesium.

Selen: Selenhaltige Nahrungsmittel sind z.B. Sonnenblumenkerne, Nüsse , Bananen, Kiwi, Weintrauben, Pfirsiche, Zwiebeln, Limabohnen und Kartoffeln.

Omega-3-Fettsäuren, die z.B. reichlich in Leinöl vorhanden sind, erhöhen den Serotoninspiegel.

Wenn es Dir nach Süßigkeiten gelüstet, versuche Obst zu essen oder genieße ein großes Stück Schokolade mit hohem Kakaoanteil oder einen heißen dunklen Kakao.

Nimm Dir täglich etwas vor, auf das Du Dich freust. Liebe bringt Sonne ins Herz! Genieße Nähe und Zweisamkeit. Sorge für Abwechslung im Alltag und versuche, dem Herbst auch etwas „Gemütliches“, „Sinnliches“ oder „Schönes“ abzugewinnen. Vielleicht konzentrierst Du Dich auf Aktivitäten, die Du im Sommer vernachlässigst: Lesen, spannende Filme schauen, einen Morgen im Bett kuscheln, aufräumen und Platz schaffen, ausmisten, gemütlich kochen oder backen, Musik hören, schlafen, ein warmes Bad nehmen, schreiben, dekorieren, Yoga lernen, Freunde treffen, renovieren, eine neue Sprache lernen, eine Idee entwickeln, neue Tees ausprobieren, eine Massage buchen, besonders schön Essen gehen, gute Gespräche führen.

Es gibt sehr viel, was Du tun kannst. Auch Herbst und Winter haben ihren Reiz. Wenn das Wetter nicht mitspielt, rege Dich nicht darüber auf. Du kannst es ja nicht ändern! Wenn Du in Widerstand mit dem gehst, was ist, wird es dadurch ja trotzdem nicht anders werden. Also erspare Dir Deinen Ärger und nimm es hin, ohne es ständig zu bewerten. Manchmal kann im November eine „Sonnenwoche“ Urlaub im Süden wahre Wunder bewirken. Gönne Dir eine kleine Auszeit oder zumindest ein Wochenende voller „Wellness“ und „Wärme“ in der Sauna. Wenn sich Dein Befinden absolut nicht verbessern lässt, lohnt es sich, sich durch einen Arzt, Therapeuten oder Coach wieder aus dem Tief herausführen zu lassen. Abhilfe gibt es immer …

Headerbild © Lars Zahner (Fotolia)
Download Link für diese Inspiration zum Ausdrucken im PDF Format

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Teile deine Gedanken und Kommentiere meinen Blickwinkel ...