Sage NEIN zu billigem Palmöl!

Sage NEIN zu billigem Palmöl!

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 4 Juli 2018

Vor ein paar Tagen erreichte mich ein Live-Video über die Produktion von Palmöl. Es hat mich zutiefst erschüttert und traurig gemacht, was dort zu sehen war. Es war unter anderem ein Ausschnitt zu sehen, auf dem ein blutender, fast toter Orang-Utan zu sehen war, der sich verzweifelt an eine Palme klammerte, die gerade gerodet wurde. Um ihn herum eine wüste, öde, zerstörte Landschaft. Ich möchte dieses Video zum Anlass nehmen, heute etwas darüber zu schreiben.

Leider bemerken wir es oft gar nicht und trotzdem steckt es in so vielen Produkten. Palmöl (Öl der Palmfrucht der Ölpalme) ist in fast jedem Einkaufswagen eines normalen Wocheneinkaufs zu finden, denn fast fünfzig Prozent aller Produkte im Supermarkt enthalten dieses bei der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie äußerst beliebte Fett.

Warum ist Palmöl so beliebt?

Es lässt sich durch seine cremige Konsistenz sehr gut industriell verarbeiten und ist preiswert. Die Palmfrucht ist sehr ergiebig, die „Ausbeute“ pro Anbaufläche ist groß. Ein Großteil der Weltproduktion kommt aus Indonesien und Malaysia. Palmöl kann nur in tropischen Gebieten gewonnen werden und steht deshalb in riesigen Monokultur-Plantagen in Konkurrenz zum Regenwald. Leider werden deshalb jedes Jahr riesige Flächen Regenwald gerodet, Lebensraum (beispielsweise für Orang-Utans) wird grau- sam zerstört und unser Klima dauerhaft geschädigt. Urvölker und Bauern werden verdrängt und Millionen Arten sind bedroht, weil der Boden durch Gifte in Pestiziden und Dünger zerstört und ausgelaugt wird. Eine Regeneration findet nicht statt und so entstehen immer mehr „tote“ Schandflecken.

Palmöl ist alles andere als gesund

Der Konsum von Palmöl ist gesundheitlich durchaus bedenklich. Palmöl ist in fast allen Produkten nur in raffinierter Form ent- halten und reich an Glycidol- und 3-MCPD-Fettsäureestern. Bei der Verdauung entstehen Substanzen, die als krebserregend eingestuft werden. Palmöl weist von allen gereinigten Speisefetten den höchsten Gehalt an Glycidol-Fettsäureresten auf. Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren kann sich bei übermäßigem Verzehr negativ auf die Blutfettwerte, vor allem auf das LDL-Cholesterin auswirken. Dies wiederum könnte die Wirkung von Insulin im Körper beeinträchtigen und damit das Risiko erhöhen, an Diabetes zu erkranken. Auch eine Schädigung der Gefäßwände kann durch ein Übermaß an gesättigten Fett- säuren entstehen (Quelle: www.gesundheit.de). Laut einer Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten gesättigte Fettsäuren höchstens sieben bis zehn Prozent der gesamten Energiezufuhr ausmachen.

Worin ist Palmöl enthalten?

Wenn Du auf die Etiketten schaust, kannst Du aufgrund der Deklarierungspflicht bei Lebensmitteln herausfinden, ob Palmöl enthalten ist. Typische Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Palmöl sind:

• Chips
• Margarine
• süße Schokocreme (beispielsweise Nutella)
• Fast alle Schokoriegel oder Schokoladen (egal, ob Markenprodukt oder nicht)
• Viele Fertiggerichte (zum Beispiel Tiefkühlpizza, Nudelgerichte, Fix-Produkte, Fertigsuppen)
• Mayonnaise, Cremige Soßen
• Eis am Stil, Speiseeis
• Kekse und Gebäck
• Gemüsebrühe

In vielen Reinigern und Kosmetikprodukten wird ebenfalls Palmöl verwendet unter diversen Bezeichnungen, die eine Identifikation schwer machen:

• Seife
• Reiniger
• Waschmittel
• Creme und Pflegeprodukte
• Shampoo und Duschgel
• Kosmetik

Tipp: mache den Check mit einer Smartphone-App (zum Beispiel Codecheck oder Zero Palmöl).

Gibt es Alternativen?

Palmöl insgesamt abzulehnen ist zwar ein gutes Ziel, aber auch umstritten. Die hohe Ergiebigkeit von Palmöl pro ha Anbaufläche ist einzigartig. Alle anderen Öle beanspruchen ein Mehrfaches an Fläche für den gleichen Ertrag. Palmölverzicht in großem Stil ginge möglicherweise nach hinten los und würde Urwaldrodungen eher beschleunigen statt verhindern. Es kommt darauf an, dass die Ölpalmen tatsächlich naturverträglich, also ohne Pestizide, ohne synthetische Düngung und vor allem nicht in diesen gigantischen Urwald – verschlingenden Monokulturen angebaut werden. Dies gewährleistet kontrolliert biologischer Anbau. RSPO ist zwar auf dem richtigen Weg, aber noch sehr steigerungsbedürftig (Quelle: www.sonett.eu). Du kannst Deinen Konsum von billigem Palmöl extrem reduzieren und/oder auf zertifizierte Produzenten umsteigen. Meine Tipps:

1. Bio-Knabbereien ohne Palmöl
2. Es gibt Schokoaufstriche ohne Palmöl und auch welche, die zertifiziert sind
3. Schokolade: Einige Bio-Marken verzichten bewusst auf Palmöl und genaues Hinsehen hilft
4. Frisch kochen, Fertigprodukte meiden und Gemüsebrühe ohne Palmöl kaufen oder selbst herstellen
5. Reinigungsmittel nutzen, die sich für den bewussten Umgang einsetzen oder auf Palmöl verzichten beispielsweise MEMO, good soaps, sonett, BLUELOMON, GOVINDA, veg life enterprise
6. Kosmetik ohne Palmöl beispielsweise Dr. Hauschka, ANNEMARIE BÖRLIND, apeiron, greendoor
7. Duschgel/Shampoo ohne Palmöl beispielsweise Florena, Alverde, Speick

Hier findest Du noch zwei interessante Links zu diesem Thema:

http://www.abenteuer-regenwald.de
http://www.umweltblick.de

Ich bin nur einer – Aber der bin ich
Ich kann nicht für alles sorgen – Aber für etwas eben doch
Was ich nicht kann – Hält mich nicht davon ab – Zu tun – Was ich kann

Auszug aus dem Hörbuch „Wahre Freiheit“ von Jack Kornfield

Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © luja_104 (Fotolia #163936580)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Teile deine Gedanken und Kommentiere meinen Blickwinkel ...