Metaprogramme sind eigene individuelle Wahrnehmungsfilter!

Metaprogramme erkennen, verstehen und anwenden

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 22 Juli 2015

Metaprogramme sind unsere übergeordneten inneren Programme (Kontrollinstanzen), die steuern, welche Informationen aus der unbewussten Wahrnehmung den Weg in unser Bewusstsein finden. Da sie festlegen, worauf wir achten, bestimmen sie typische Muster im Denken eines Menschen. Metaprogramme sind Teil unserer unbewussten Filter.

Von anderen erlernten Filterinstanzen, wie z.B. Überzeugungen, Werte und Glaubenssätze, unterscheiden sie sich dadurch, dass sie inhaltsfrei nur die Form vorgeben, auf die jemand reagiert, also nicht, ob etwas gut oder schlecht ist, es falsch oder richtig, sondern lediglich, ob es von Interesse ist. Jemand mit dem Metaprogramm „Gegenwart“ wird eher auf Themen ansprechen,
die das aktuelle Erleben in den Vordergrund stellen, als auf Themen von einer guten Absicherung in 35 Jahren!
Doch wie funktionieren Metaprogramme eigentlich?

Die Metaprogramme funktionieren wie eine unbewusste Filmkamera in unserem Gehirn: sie lassen nur das herein, was per Einstellung festgelegt ist und nur das tritt nach außen hin wieder in Erscheinung und wird sichtbar. Deshalb nennt man sie auch Wahrnehmungsfilter. Metaprogramme sind kontextabhängig und zustandsabhängig bzw. stressabhängig. Je nach mentalem oder emotionalem Zustand und „biochemischem Niveau“ der Neurotransmitter werden unterschiedliche Metaprogramm Ausprägungen aktiviert. Es gibt keine „guten“ oder „schlechten“ Metaprogramme. Viel mehr ist es für Erfolg wichtig,
sich selbst und seine Stärken gut zu kennen, einzusetzen und seinen ganz ureigenen Stil zu entwickeln.

Was bringt mir das?
Wenn ich Metaprogramme herausfiltern kann, erleichtert das mein Verständnis für eigene oder fremde Herangehensweisen, Entscheidungen und Verhaltensmuster, ich gewinne mehr Toleranz und kann schnell Kontakt zu Menschen aufbauen oder sie überzeugen. Ich spreche damit die unbewusste Sprache meines Gegenübers. Wichtig: Metaprogramme sind keine dauerhaften „Schubladen“ sondern Präferenzen.

Wir können durch Training lernen, bewusst beide Pole einzunehmen und haben dadurch erweiterte Wahlmöglichkeiten, weil man je nach Bedarf beide Pole nutzen kann. Ebenso können wir durch die Kenntnis von Metaprogrammen berufliche Stärken und Potentiale besser erkennen, Arbeitsstile und Teamdynamik verstehen, Konflikte frühzeitig spüren und entschärfen, Motivation/Antreiber verstehen und als Führungskraft den Mitarbeiter in seiner Entwicklung fördern. Mitarbeiter können passender ausgewählt und Zielgruppen exakter definiert werden. Nachfolgend einige Beispiele für Metaprogramme:

Introvertierter oder Extrovertierter Typ
Wenn Du mal wieder auftanken willst, bist Du dann lieber allein oder unter Menschen? Machst Du Themen zuerst mit Dir selbst aus oder bringst Du sie möglichst blad zur Sprache?

Denktypus (dissoziiert) oder Fühltypus (assoziiert)
Wenn Du eine Entscheidung triffst, verlässt Du Dich dann mehr auf Logik oder Gefühl? Wenn Du ein Problem lösen willst, lässt Du Dich schnell von Deinen Gefühlen überwältigen oder gehst Du distanziert und rational an die Sache heran?

Beurteiler (will die Zeit beherrschen und hat gerne alles geregelt) oder Wahrnehmer (freie Zeiteinteilung, mag keine Pläne oder Fristen)
Ist es Dir wichtig zu planen oder magst Du lieber spontane Aktivitäten und legst Dich nicht gerne fest? Kommst Du häufig zu spät bzw. verlegst Termine oder hältst Du Termine genau ein?

Hin zu – weg von
Arbeitest Du lieber auf ein positives Ziel hin oder versuchst Du negative Dinge wie Ärger oder Bestrafung zu vermeiden? Konzentrierst Du Dich auf Lösungen oder Probleme?

Auseinandersetzung oder Harmonie
Stellst Du Dich schwierigen Situationen oder gehst Du Konflikten lieber aus dem Weg und versuchst sie zu vermeiden? Setzt Du Deine Ansichten durch oder gibst Du eher nach? Liebst Du Konkurrenz oder sind Konkurrenzsituationen Dir unangenehm?

interne – externe Referenz
Wo holst Du Dir die Bewertung für Deine Arbeit oder Tätigkeiten ein? Brauchst Du die Bewertung von anderen Menschen oder weißt Du es selbst?

Möglichkeit oder Zwang
Warum hast Du Dir das Auto gekauft? Warum hast Du Deinen Beruf gewählt? Warum machst Du Coaching? Was tust Du an Deinen freien Tagen als erstes?

Proaktiv – reflektiv – reaktiv
Wenn Du in eine neue Situation kommst, pflegst Du dann rasch zu handeln nachdem Du einen Überblick hast, oder ist es Dir lieber, wenn Du die Situation genau überblicken kannst und alle Konsequenzen genau untersucht hast? Oder reagierst Du lieber und lässt andere Personen entscheiden?

Arbeitsstil: Unabhängiger Spieler, Teamspieler, Management Spieler
In welcher Situation fühlst Du Dich am besten? Welche Aufgaben übernimmst Du in einer Gruppe am häufigsten?

Übersicht – Detail
Interessierst Du Dich eher für die kleinen Schritte und Details eines Vorgangs oder konzentrierst Du Dich auf das Wesentliche? Erkennst Du Feinheiten oder hast Du eher den Blick für das Große und Ganze?

Primary – Interest (Menschen, Plätze, Dinge, Aktivitäten, Informationen)
Erzähle etwas über Dein Lieblingsrestaurant oder Deinen schönsten Urlaub und achte darauf, welche Schwerpunkte der Inhalt zeigt.

Mit sich selbst – Vergangenheit – Zukunft/ sich mit einem Ideal/ sich mit anderen/ andere mit anderen
Wen oder was ziehst Du als Vergleichsmaßstab für Bewertungen heran?

Erfüllungsmetaprogramm
Frage: Wenn wir ein Projekt zusammen machen würden, welche Phase würde Dich dann am meisten interessieren? START, MITTEL oder ENDPHASE?

Weitere Metaprogramme: Ich – Andere, Nähe – Distanz, Erinnert – Hier und Jetzt, Nacheinander – Gleichzeitig, Dauer – Wechsel, Gewohnheit – Neues, Ähnlich – Unähnlich, Visionär – aktiv – emotional – rational, Langsam – Schnell, Erklärung – Nachahmen, Beziehungen – Sachen, Dominanz – Unterordnung. Du siehst, es gibt viele interessante Metaprogramme und es lohnt sich, wenn Du Dir diese Fragen zunächst selbst stellst und dann ebenfalls versuchst, Deinen Blick für Metaprogramme anderer Personen zu schulen …

Headerbild © Sepy (Fotolia)
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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