Entscheidungsstärke trainieren

Gute Entscheidungen treffen

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 13 Juni 2014

Hältst Du Dich für einen sehr entscheidungsstarken Menschen? Stehst Du gerade vor einer wichtigen Entscheidung oder schiebst Du diese schon lange hinaus? Ich beobachte immer wieder, dass Menschen beruflich sehr entscheidungsstark sind, jedoch wenn es um sie persönlich geht, sich besonders schwer tun. Unser Leben steckt voller Entscheidungen. Jeden Tag beginnen wir mit Entscheidungen, ob wir frühstücken, ob wir Radio hören, ob wir Milch oder Zucker in den Kaffee tun oder ob wir heute die blauen anstatt die schwarzen Schuhe anziehen. Es gibt große wie auch kleine Entscheidungen, die wir treffen müssen und je näher uns eine Entscheidung geht, desto schwerer wird es für uns. Egal, wo Du jetzt gerade stehst, unendlich viele Entscheidungen hast Du bereits getroffen. Auch keine Entscheidung ist die Entscheidung, alles so weiter laufen zu lassen.

Eine Entscheidung ist eine Wahl zwischen Alternativen oder zwischen mehreren unterschiedlichen Varianten von einem oder mehreren Entscheidungsträgern in Zusammenhang einer sofortigen oder späteren Umsetzung (Wikipedia)

Manchmal stehen große Entscheidungen an: eine große Unzufriedenheit, die Aufnahme eines Studiums, eine Anschaffung, ein beruflicher Wechsel, die Rente, ein Umzug, eine Trennung, eine zweite Chance, der Tod eines Partners oder eine Krankheit erfordern eine Neuorientierung. Wir können es nicht umgehen, Entscheidungen zu treffen, weder beruflich, noch privat. Selbst, wenn wir auf die Entscheidung einer anderen Person hören, ist das auch eine Entscheidung. Manchen Menschen fällt es leicht, sich zu entscheiden, andere brauchen sehr lange, andere können sich nicht entscheiden. Viele Menschen können berufliche Entscheidungen leicht treffen und halten sich für entscheidungsstark. Doch bei persönlichen Entscheidungen sieht es oft anders auf. Jedoch zeigt sich hier besondere Stärke, weil persönliche Entscheidungen uns viel näher gehen.

Jeder kann sein Entscheidungsstärke verbessern!

Je näher eine Entscheidung uns persönlich ist, desto schwerer tun wir uns oft. Wie nah gehen uns die Gefühle dazu, wie stark sind wir berührt? Kommt Angst auf? Welche Bedeutung hat die Entscheidung für unser Leben? Was gewinne ich und verliere ich? Wahre Entscheidungsstärke besitzen wir dann, wenn wir auch mit sehr persönlichen Entscheidungen souverän umgehen können. Entscheidungen treffen wir dann aus unseren inneren Werten heraus und nicht aus Angst. Wir laufen nicht davon oder verdrängen das Thema. Wir stellen uns, obwohl es unangenehm ist. Wir geben etwas auf zugunsten dessen, was wir wirklich wollen. Doch wodurch blockieren wir uns selbst oder verhindern eine Entscheidung?

Was macht uns oft Probleme?

  • Keine Entscheidungsvariante überzeugt uns
  • Wir wollen niemanden verletzen oder Schmerz zufügen
  • Wir wollen in jedem Fall auf alles perfekt vorbereitet sein
  • Wir wollen nicht ins Ungewisse gehen und unverletzt bleiben
  • Wir scheuen die Verantwortung und fühlen uns ihr nicht gewachsen
  • Wir haben Angst vor den Konsequenzen und wollen nicht damit leben
  • Wir denken ausschließlich in schwarz oder weiß und wollen Fehler vermeiden
  • Wir wollen Vorstellungen anderer Menschen erfüllen und nicht unseren eigenen
  • Wir wollen eine Kopfentscheidung treffen und missachten innere Gefühle
  • Wir fühlen uns aktuell nicht in der Lage mangels Energie oder Zeit
  • Wir wollen alles unter Kontrolle haben und ein Fallnetz haben
  • Wir lassen die Angst führen und identifizieren uns damit
  • Wir konzentrieren uns immer wieder auf den Verlust
  • Wir übertragen immer wieder alte Erfahrungen

Wie kannst Du Entscheidungsstärke trainieren?

Lerne Entscheidungen als Lehrer zu sehen: Du kannst nur wachsen und wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Was sagt Dein Herz dazu? Wenn etwas immer wieder in Deinen Kopf oder Dein Herz zurückkehrt, dann ist es von Bedeutung. Du solltest es nicht verdrängen. Es ist Unsinn, etwas zu leugnen, was schon da ist. Wenn es so ist, dann geht es nicht dadurch weg, dass Du es ignorierst oder Dich ablenkst. Stelle Dich immer der Entscheidung oder dem Gefühl. Nur so kannst Du wissen, ob es klappt oder was dahinter steckt. Mache Dir auch eine Liste mit Gewinn und Verlust, wenn Du zu Schwarzmalerei neigst. Der Kopf allein ist ein schlechter Ratgeber. Treffe ganzherzige Entscheidungen. Trenne alte Misserfolge von der jetzigen Entscheidung. Die Vergangenheit ist vergangen. Du wirst immer etwas verlieren und es gibt keine Garantie bzw. Versicherung. Setze Dir
nach einer Bewusstwerdungsphase einen Punkt, an dem Du aktiv wirst: Komme ins Handeln.

Löse Dich von der perfekten oder richtigen Entscheidung. Du kannst etwas Unangenehmes nicht schonend beibringen. Tief im Innern wird die Spannung immer größer. Besser der Schmerz der kurzen bitteren Wahrheit, als eine Ausrede nach der anderen. Wir lernen nur durch ausprobieren. So gewinnen wir an Selbstvertrauen und können uns besser einschätzen. Nur so gewinnst Du Klarheit. Angst ist ein Gefühl, nicht mehr und nicht weniger. Sie zeigt uns an, dass wir gerade unsere Komfortzone verlassen. Angst spiegelt eine Vorstellung wieder, nicht die Realität. Stelle Dich der Angst und lasse das Gefühl zu, ohne Dich damit zu identifizieren. Lerne damit umzugehen. Angst ist nicht schlimm, nur unangenehm. Sie löst sich auf, wenn Du sie zulässt und nicht flüchtest. Wenn es weh tut, war es deshalb nicht falsch. Gebe Dir Zeit. Du wirst den Schmerz überwinden und irgendwann wieder klar sehen. Irren ist menschlich. Verzeihe Dir Fehler.

Entscheidest Du noch, oder wählst Du schon?

Verzeihe Dir, wenn sich eine Entscheidung als ungünstig herausstellt. Andere machen ihr Ding, Du machst Dein Ding. Nur Du kannst wissen, was gut für Dich ist. Es ist schlimmer, eine ungünstige Wahl zu treffen, als nie zu entscheiden. Manchmal macht es auch Sinn, anstelle einer Entscheidung für eine der uns bekannten Optionen aus unserem engen Schema, etwas komplett NEUES zu kreieren. Dann triffst Du eine bewusste WAHL! Eine Wahl entsteht losgelöst von alten Mustern und hilft uns, wirklich der Gestalter unseres Lebens zu werden. Es geht nicht um bekannte Variante A, B oder C. Es geht um eine „Neuschaffung“ anderer Wahlmöglichkeiten, die vorher nicht denkbar waren …

Headerbild © Olly (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Kommentare

  1. Ich bin absolut fasziniert, wie toll Deine Seite geworden ist!! Übersichtlich, fantastisches Layout, Schriftgrößen, Farben, wunderbare Texte und geniale Bilder. Alles passt zu 100% zusammen. Man kann gar nicht glauben, dass Du wirklich nur eine One-Women-Show bist. Die Seite könnte auch von einem wirklich großen Dienstleister mit 100 oder mehr Mitarbeitern sein. Ganz ehrlich, habe selten eine schönere Seite gesehen!
    Viele Grüße Stefan Schuck

  2. Brigitta C. Kemner

    Danke Stefan, es steckt ja auch Herzblut von mir drin und mein Webmaster!
    Thomas hat geniale Arbeit gemacht 🙂
    Liebe Grüße

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