Die Selbstabwertung ist der Feind des Glücks und prägt das Selbstverständnis vieler Menschen!

Dein Türsteher zum Glück

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 27 Juni 2014

Obwohl Menschen nach Glück streben, behandeln sie ihr Glück oft aus Unwissenheit wie ihren größten Feind. Unsere innere Haltung ist wie ein Türsteher zu einem erfüllten Leben, wobei die persönliche Selbstabwertung der Feind vom eigenem Glück ist. Leider prägt diese Selbstabwertung trotzdem das Selbstverständnis vieler Menschen. Ist Dir das bewusst?

Deine innere Haltung zur Dir selbst ist Dein Türsteher vor der Tür zu einem erfüllten Leben. Wählst Du destruktive Gedanken aus, bleibt diese Tür verschlossen. Obwohl alle Menschen Leid vermeiden wollen, laufen sie ihm bisweilen aufgrund destruktiver Gedanken geradezu nach. Achtsamkeit hilft uns, die Türsteher auf konstruktive Gedanken zu fokussieren oder aber sich von negativen Gedanken freizumachen …plötzlich öffnet sich die Tür zu einem erfüllten Leben. Viele Menschen konfrontieren Ihre inneren Türsteher bspw. mit diesen selbstabwertenden Überzeugungen:

  • Ich bin faul
  • Ich bin krank
  • Ich bin schwach
  • Ich bin wertlos
  • Ich bin schlecht
  • Ich bin egoistisch
  • Ich bin unbedeutend
  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich darf nicht glücklich sein
  • Ich bin seltsam oder unerwünscht
  • Ich bin für andere eine Last
  • Ich gehöre nicht dazu
  • Ich bin ein Versager
  • Ich bin ein nichts
  • Ich bin hässlich
  • Ich bin dumm
  • Ich bin feige

Daraus entstehen dann weitere innere Verbote, wie auch Gebote oder Zwänge, mit denen uns unsere Türsteher von der Tür des Glücks wieder wegschicken:

  • Ich muss nett sein
  • Ich muss stark sein
  • Ich muss fleißig sein
  • Ich muss Erfolg haben
  • Ich muss alles wissen
  • Ich muss mich anstrengen
  • Ich muss mich integrieren
  • Ich muss mich beherrschen
  • Ich muss selbstsicher sein
  • Ich muss alles allein lösen
  • Ich darf nicht arrogant wirken
  • Ich muss klug antworten und handeln
  • Ich muss unabhängig sein oder bleiben
  • Ich muss Krankheiten verhindern
  • Ich darf andere nicht verletzen
  • Ich muss die Kontrolle haben
  • Ich darf nicht anstößig sein
  • Ich muss Rücksicht nehmen
  • Ich muss kooperativ sein
  • Ich muss bescheiden sein
  • Ich muss anderen helfen
  • Ich muss gut drauf sein
  • Ich muss gut aussehen
  • Ich muss abnehmen

Kennst Du solche inneren Polizisten im Ohr? So entstehen beispielsweise destruktive Kreisläufe wie beispielsweise:

Perfektionismus:
Ich bin nicht gut genug
Ich muss erfolgreich sein
Ich verachte mich für meine Fehler
Ich darf keine Fehler machen

Helfersyndrom:
Ich fühle mich wertlos
Ich muss mich nützlich machen
Ich werde nicht immer gebraucht
Ich muss anderen helfen

Doch das Gefühl der Wertlosigkeit ist leider durch keine Anstrengung zu heilen. Ständig sind wir mit unseren Versagensängsten konfrontiert und verlieren Unmengen Energie. Es ist wahnsinnig anstrengend, echte Gefühle zu unterdrücken und immer kontrolliert zu funktionieren.

Die innere Leere, die daraus entsteht, kompensieren wir oft durch selbstberuhigende Verhaltensweisen oder „künstliche“ Gefühle: Süßigkeiten, übermäßiges Essen, Alkohol, Kicks oder andere vergleichbare „Helfer“. Wir verachten uns deshalb, wollen uns gegenüber nicht ehrlich sein und übertragen die Schuld schnell auf einen anderen Auslöser oder suchen Gründe:

Ich würde ja, aber
Mein Chef stresst mich
Die Arbeit macht mich fertig
Ich brauche Nervennahrung
Wenn ich nicht immer erreichbar bin, werde ich gekündigt
Ich kann nur glücklich sein, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind
Erst, wenn ich XX erreicht habe, kann ich YYY tun oder mich darauf konzentrieren
Arbeit sollte immer hart und in irgendeiner Hinsicht unangenehm sein: von nix kommt nix
Wenn ich mir Sorgen mache, garantiert das, dass ich vorbereitet bin, mich mit Problemen auseinanderzusetzen
Die Vergangenheit macht mich unglücklich und ich kann ihr nicht entkommen. Ich bin Opfer!
Ich bin eben ein Harmoniemensch, ich kann nicht NEIN sagen
X macht mir Angst, ich kann nicht vertrauen
Das war schon immer so
Ich kann das nicht

Oft bemerken wir nicht, dass wir uns selbst durch unsere innere Haltung von dem abhalten, was wir „eigentlich“ wollen. Es liegt an uns, nicht an unseren Begründungen, durch die wir uns schnell vor der Verantwortung und den unangenehmen Gefühlen drücken wollen. Was können wir also tun, um das Tor zu einem erfüllten Leben zu öffnen?

1) Selbstabwertende Gedanken erkennen und identifizieren
2) Hinterfragen: ist es ein hartnäckiger Gedanke, der sich eingeprägt hat oder entspricht es wirklich der Realität?
3) Wenn es mir als Realität erscheint: Woher weiß ich, dass es tatsächlich stimmt? Wer sagt das? Was macht mich so sicher? Welche Beweise habe ich dafür? Welche Gegenbeweise gibt es?
4) Falls es ein Gedanke ist: Wer hat den Gedanken geprägt? Wer zwingt mich, auch so zu denken? Identifiziere Dich nicht mit dem Gedanken: Du bist nicht Dein Gedanke! Lass ihn vorüberziehen ohne drauf zu reagieren.
5) Welcher Gedanke würde eine neue Erfahrung ermöglichen? Was würde mehr Wahlmöglichkeiten geben? Wiederhole diesen Gedanken täglich …immer wieder.
6) Was könnte ich tun, um mir eine neue Erfahrung zu schenken?
7) Wähle einen Schritt aus, der geringe Überwindung kostet und setze ihn konsequent um.
8) Beginne wieder bei Schritt 1), wenn Dir ein neuer selbstabwertender Gedanke bewusst wird.

So ersetzt Du Schritt für Schritt Deine selbstabwertenden Gedanken durch neue konstruktive Gedanken. Deine Gedanken formen Deine Realität: die Türsteher zum Glück werden die Tür ebenfalls nach und nach öffnen …

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Headerbild © Konradbak (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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