Das menschliche Verhalten wird immer durch das Prinzip der Dualität bestimmt!

Das Prinzip der Dualität

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 7 Juli 2017

Das Wort Dualität stammt aus dem lateinischen (dualis) und bedeutet „Zweiheit“ oder „zwei enthaltend“. Dualität beschreibt eine Welt, die in 2 Pole, Duale, unterteilt wird. Wir alle kennen erfahrbare Dualität: heiß – kalt, Liebe – Hass, männlich – weiblich, gut – böse, hell – dunkel, usw. Ebenso wird das Verhalten von Menschen schon immer durch dualitäre Muster bestimmt.
Wir teilen Geschehnisse, Ereignisse, Menschen und Gedanken in „positiv“ oder „negativ“ ein.

Dualität entsteht aus unserem Bewusstsein heraus indem wir Dinge durch unseren Verstand (Ego) mithilfe von Gedanken unterteilen und bewerten. Doch reines Bewusstsein besitzt gleichzeitig an sich keinen dualitären Zustand. Bewusstsein ist zeitlos. Es hat keine Meinungen oder Ansichten und ist lediglich ein Werkzeug, das wir zur Erfahrung des Lebens nutzen. Dennoch erfahren wir täglich eine dualitäre Welt, bewerten Geschehnisse und teilen diese in gut oder schlecht ein.

Menschen befinden sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen positiver und negativer Bewertung dessen, was sie gerade erleben oder sich vorstellen. Sehr angenehme Erfahrungen bewertet unser Ego als „positiv“ und klammert sich an sie bzw. sucht nach mehr davon. Unangenehme Erfahrungen werden als „negativ“ bewertet und abgelehnt. Wir befinden uns im Widerstand und wollen so schnell wie möglich wieder einen „positiven“ Zustand erreichen.

Das Ego ist der Teil von uns, der uns oft dazu bringt, dass wir eine leidhafte, negative Realität erschaffen

Sämtliche negativen Empfindungen wie Einsamkeit, Stress, Trauer, Angst, Wut, Hass, Ärger und dergleichen entspringen aus unserem Verstand und würden ohne Gedanken nicht existieren. Doch wir sind mehr als unser Ego. Was tut unsere Seele? Die Seele urteilt nicht. Sie unterteilt Dinge nicht in positiv oder negativ, da sie alles in einem zusammenhängenden, positiven, höheren, dienlichen Aspekt unserer Selbsterfahrung sieht. Der Kern unserer gesamten Existenz ist an sich zeitlos und polaritätslos. Die Grundbasis allen Lebens besitzt keine Dualität.

Ein Beispiel: „Erst, wenn wir den Weg durch die Dunkelheit wagen, können wir dessen gewahr werden, was Licht wirklich bedeutet“. Licht und Schatten sind zwei Gegensätze, die uns in unserer Umwelt und genauso in uns selbst ständig umgeben. Diese zwei Pole sind Teil der Natur. Trotzdem wollen wir uns immer wieder auf die helle Seite konzentrieren und flüchten oft vor den dunklen Seiten in uns selbst, die wir nicht mögen oder aushalten wollen.

Wir stellen etwas ins „Licht“ oder in den „Schatten“. Das Spannende daran ist jedoch, dass wir durch diese Flucht vor der Dunkelheit nicht wirklich ins „Licht“ gelangen können. Das EINE bedingt das ANDERE.

Wenn wir uns mit der Dunkelheit nicht auseinandersetzen wollen, verschwindet sie natürlich auch nicht… VERDRÄNGEN ODER DISTANZIEREN heißt nicht INTEGRIEREN UND AUFLÖSEN! Wenn wir die Sicht der Seele in unser alltägliches Bewusstsein integrieren und uns von den zwanghaften Bewertungsmustern unseres Verstandes lösen, können wir uns von Leid und Ärger befreien. Wir können die Wahrheit über uns und unser „Erleben“ entdecken und frei werden.

Die Gegensätze, die wir wahrnehmen, bilden zusammen eine Gesamtheit

Schau Dir eine Münze an: beide Seiten sind unterschiedlich, dennoch bilden beide Seiten das Ganze, ohne die eine Münze nicht existieren würde. Wenn wir angenehme und unangenehme Erfahrungen nicht in „gut“ oder „schlecht“ und „richtig“ oder „falsch“ unterteilen, sondern gleichwertig schätzen lernen, können wir unsere selbstauferlegten Blockaden und Program- mierungen ablegen und uns friedlich in die Position eines friedvollen Beobachters begeben, einen Sinn erkennen und Urvertrauen in das Leben fassen.

Wir nehmen die Dunkelheit an und stellen uns ihr mutig, anstatt sie zu bekämpfen oder zu flüchten

Wir bringen Licht in alle dunklen Ecken und verwandeln sie dadurch. Oft werden wir überrascht sein, wie schnell sich die Angstgespenster unserer Vorstellung dann auflösen. Wir brauchen Stärke dann nicht künstlich im Außen herzustellen oder zu demonstrieren, wir sind im Inneren stark. Wir können Kontrolle aufgeben, weil wir mit Schmerz und Verletzlichkeit umgehen können. Wir brauchen keinen verzerrten Spiegel mehr, weil wir uns voll und ganz akzeptieren. Wir ignorieren unsere dunklen Seiten also nicht, sondern setzen uns bewusst damit auseinander.

Aus Dunkelheit wird Licht: Aus Schmerz, Ablehnung und Schwäche wird plötzlich Heilung, Liebe und Stärke. Plötzlich erkennst Du, dass Deine innere Dunkelheit ein großes Geschenk für Dich bereit hält: Reife, Wachstum, Selbstwertgefühl und eine Quelle der Ruhe und Liebe. Die Dunkelheit nährt Dein Licht. Du bist nicht mehr Opfer der Umstände, weil Du nicht mehr damit beschäftigt bist, Dich zu ärgern, zu hadern, dagegen zu kämpfen oder Schutzmauern zu bauen. Du kannst etwas verändern, weil Du den Blick auf die Realität wagst und sie nicht mehr zu Deinen Gunsten bzw. angepasst an die Vorstellungen Deines Ego`s künstlich verändern willst.

Wichtig: Allem, was Du nicht mehr haben willst, musst Du zunächst voller Akzeptanz begegnen, damit es sich auflösen kann

Alles, was Du bekämpfst, wird größer. Alles, was Du beiseite schiebst, verfolgt Dich. Es gibt keine Abkürzungen im Leben …genauso wenig, wie es nur Licht gibt oder nur Glück. Schöne Momente werden von Momenten voller Schmerz abgelöst. Das ist nicht so, was Du etwas falsch gemacht hast, sondern weil das Leben einfach so ist. Also, warum solltest Du das ignorieren oder bekämpfen, was schon längst da ist? Das kann nicht gut enden.

Wo auch immer Du hinschaust, Du wirst diesen beiden Polen begegnen: Arm und reich, kalt und heiß, schnell und langsam, Glück und Schmerz, Leichtigkeit und Schwere, klein und groß, Festigkeit und Lockerheit, flüssig und fest, weich und hart, Bewegung und Stillstand, Leben und Tod, Mann und Frau. Das Leben ist BEIDES!

Je mehr Du das integrierst, desto schneller entsteht das Gefühl der Einheit, das Gefühl der Dualität löst sich auf, weil es zum Ganzen gehört. Du machst Deinen Frieden damit. Das, was ist, IST! Du kannst jede Sekunde neu entscheiden, ob Du dieses Gefühl von Einheit irgendwann erfahren möchtest oder ob Du durch das Gefühl der Gegensätze weiterhin Leid und
Begrenzung erfährst …

Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © Brigitta Kemner

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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