Raus aus der Bequemlichkeitsfalle!

Raus aus der Bequemlichkeitsfalle

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 29 September 2017

Der Herbst hat begonnen. Es wird kälter und morgens ist es wieder dunkel, wenn wir aufwachen. Die Nacht erscheint Schritt für Schritt länger. Der Wecker klingelt und wir möchten gerne noch weiter schlafen. Auch abends fahren wir demnächst wieder im Dunkeln nach Hause. Es wird unangenehmer und nass, manchmal bläst uns der Wind um die Ohren. Die grünen Farben verwandeln sich zunächst in leuchtende Rot- und Gelbtöne und dann irgendwann in braune Erdfarben. Wir stellen zu Hause die Heizung an und setzen uns morgens in den kalten Wagen. Die wärmeren Jacken werden wieder herausgeholt, die Füße und Hände werden schnell kalt.

Der Antrieb fehlt

 
Dieser Übergang vom Sommer zum Herbst fällt vielen Menschen nicht leicht. Die Dunkelheit und Schwere erzeugt bei uns oft auch ein schweres Gemüt, Müdigkeit, Antrieblosigkeit und Niedergeschlagenheit. Es ist nicht immer gleich eine Herbst- depression. Aufmerksam solltest Du jedoch dann werden, wenn die dunklen Gedanken gar nicht wieder verschwinden. Es kann auch sein, dass sich Emotionalität, Sorgen, Dünnhäutigkeit oder Ängste in dieser Zeit verstärken. Oft bewegen wir uns weniger und haben Lust auf kohlenhydrat- und fettreiche Nahrung. Wir würden gerne länger schlafen und quälen uns morgens aus dem Bett. Wahre Freude will sich nicht wirklich einstellen. Als Auslöser gilt vor allem Lichtmangel. Südländer leiden viel seltener unter Herbstdepressionen. Man nimmt an, dass der Serotonin- und Melatoninhaushalt eine wichtige Rolle spielt.

Entkomme rechtzeitig der Bequemlichkeitsfalle, die alles noch schlimmer macht!

 
Sorge gerade jetzt für frische Luft, Bewegung und vor allem Licht! Das hilft den Hormonen wieder auf die Sprünge. Auch, wenn es schwer fällt, gehe in der Natur walken oder joggen und nicht in geschlossenen Räumen. Wähle Aktivität anstatt der Couch, wenn Du Dich unwohl fühlst. Überwinde den Schweinehund und bringe ihm Freude an Bewegung bei. Nimm Dir täglich etwas vor, auf das Du Dich freust. Liebe bringt Sonne ins Herz! Genieße Nähe und Zweisamkeit. Sorge für Abwechslung im Alltag und versuche, dem Herbst auch etwas „Gemütliches“, „Sinnliches“ oder „Schönes“ abzugewinnen.

Vielleicht konzentrierst Du Dich auf Aktivitäten, die Du im Sommer vernachlässigst: Lesen, spannende Filme schauen, einen Morgen im Bett kuscheln, aufräumen und Platz schaffen, ausmisten, Musik hören, schlafen, ein warmes Bad nehmen, schreiben, gemütlich kochen oder backen, dekorieren, Yoga lernen, Freunde treffen, renovieren, eine neue Sprache lernen, eine Idee entwickeln, neue Tees ausprobieren, eine Massage buchen, besonders schön Essen gehen, gute Gespräche führen… Es gibt sehr viel, was Du tun kannst. Auch Herbst und Winter haben ihren Reiz.

Wenn das Wetter nicht mitspielt- rege Dich nicht darüber auf. Du kannst es ja nicht ändern! Wenn Du in Widerstand mit dem gehst, was ist, wird es dadurch ja trotzdem nicht anders werden. Also erspare Dir Deinen Ärger und nimm es hin, ohne es ständig zu bewerten. Packe Dich dick ein und gehe trotzdem eine Runde spazieren. Du wirst merken, wie gut das tut. Manchmal kann im November eine „Sonnenwoche“ Urlaub im Süden wahre Wunder bewirken. Gönne Dir eine kleine Auszeit oder zumindest ein Wochenende voller „Wellness“ und Wärme in der Sauna.

Vitalität und Aktivität sind kein wünschenswerter „Zustand“, den man hat oder nicht, sondern sie sind vor allem eine Haltung, eine Lebenseinstellung. Ein Mensch der keine Zeit hat, sich um seine Vitalität zu kümmern, ist wie ein Rennfahrer, der keine Zeit hat sein Auto zu pflegen. Es geht auch nicht darum, in einem riesen Kraftakt zu übertreiben und dann doch wieder in die Bequemlichkeit zu rutschen. Es geht um dauerhafte und konsequente kleine Signale an Deinen Körper.

Wie denkst Du darüber? Das Ziel sollte ein Energielevel sein, dass es Dir auch im Herbst und Winter ermöglicht, ohne verbissenen Ehrgeiz ein stabiles körperliches und mentales Gleichgewicht herzustellen. Aller Anfang ist schwer. Oft ist es der Einstieg, der uns ein ungutes Gefühl verpasst. Wenn wir uns dann überwunden haben, fällt es uns Schritt für Schritt immer leichter. Starte deshalb am besten noch heute und überlege Dir eine Regelmäßigkeit für Deine Aktivitäten an der frischen Luft. Du könntest beispielsweise 3mal in der Woche 30-45 Minuten in den Wald gehen und Dir feste Tage dafür überlegen.

Womit fängst Du heute an?

 
Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © Brigitta Kemner

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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