Was bestimmt Dein Verhalten und kennst Du Deine Triebfedern?

Kennst Du Deine Triebfedern

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 6 Dezember 2019

Warum tun wir, was wir tun? Das für sich selbst herauszufinden, ist der Anfang der Freiheit. Kennst Du Deine Triebfedern? Weißt Du, was Dich antreibt und Dich dazu bringt, Dich so zu verhalten, wie Du Dich normalerweise verhältst?
Was bestimmt Dein Verhalten? Welches Motiv verfolgst Du?

Bevor Du nicht verstanden hast, was die Hauptmotivation Deines Tuns ist, kannst Du nicht wirklich frei und proaktiv ent- scheiden. Oft tust Du Dinge, die Du eigentlich nicht tun willst oder später für unnötig, unangemessen oder übertrieben be- wertest. Je besser Du Deine Muster kennst, desto eher kannst Du Deine Handlungen bewusst hinterfragen oder wählen,
wie Du gute Entscheidungen treffen und Ziele erreichen kannst.

Hier habe ich einige typische Motive (Triebfedern) aufgeführt:

Etwas erschaffen und gestalten:
Mich treibt der Wunsch an, etwas Neues zu erschaffen oder zu probieren.

Lust, Spaß und Freude:
Ich tue die Dinge, die ich tue, impulsiv, spontan und nur aus Spaß an der Sache selbst.

Leistungsfähigkeit, Vitalität und Gesundheit:
Ich bin aktiv und tue viel dafür, um gesund zu sein und mich gut zu fühlen.

Tadition, Glaube und Werte bewahren:
Ich muss handeln, um meine Moral- und Wertvorstellungen zu leben oder zu verteidigen.

Angst vor Fehlern oder Repressalien:
Ich treffe meine Entscheidungen aus Angst vor Bestrafung / Nachteilen oder um mich vor Fehlern / Kritik abzusichern.

Anderen helfen:
Ich will Menschen unterstützen und ihnen helfen (wichtig: Was für Erwartungen sind daran gekoppelt oder tue ich das bedingungslos?)

Abenteuerlust und Neugier:
Ich treffe meine Entscheidungen, um etwas zu erleben, viele unterschiedliche Eindrücke zu gewinnen oder um meine Neugier zu befriedigen.

Wunsch nach Anerkennung:
Ich strebe danach, dass andere mich respektieren, anerkennen, gut von mir denken und mich loben. Ich brauche die „Bühne“ und möchte beliebt sein.

Macht und Unabhängigkeit:
Mich treibt der Wunsch, etwas zu bewegen und die Möglichkeit zu haben, zu sagen wo es lang geht und meine Ideen umzusetzen. Ich möchte ohne Einschränkungen handeln.

Recht haben wollen oder mehr wissen:
Ich tue viel, um anderen zu zeigen / zu beweisen, dass ich Recht habe oder im Recht bin. Ich möchte mich durch Wissensvorsprünge hervorheben und anderen ihr Unwissen zeigen.

Wut und Schmerz über Missstände und Ungerechtigkeiten:
Ich setze mich ein, um Missstände, Elend oder Ungerechtigkeiten zu verhindern, zu lindern oder zu beseitigen. Ich will etwas Gutes in die Welt bringen.

Gemeinsamkeit und Familie:
Ich tue viel dafür, um dazuzugehören und um Teil eines Größeren zu sein und zu bleiben. Ich liebe die Verbungenheit mit meiner Familie und tue etwas für die Gemeinschaft.

Sicherheit, Struktur und Stabilität:
Ich tue Dinge, die mir Stbilität und Halt geben, pflege Riatiuale und möchte wissen, was auf mich zukommt. Ich will planen, Risiken vermeiden und mich absichern.

Ruhe und Harmonie:
Ich tue und lasse Dinge, um meine Ruhe zu erhalten und um unangenehme Situationen zu vermeiden. Um jeden Preis möchte ich die Harmonie wahren und mich anpassen.

Leistung und Anstrengung:
Ich muss mich anstrengen und hohe Leistung erbringen. Ohne Leistung fühle mich mich nicht wertvoll.

Ordnung:
Ich will in klaren Strukturen leben und alles korrekt machen. Dinge müssen ihren genauen Platz haben.

Perfektion:
Ich will Dinge perfekt machen und habe sehr hohe Ansprüche an mich. Ich bin selten zufrieden.

Wunsch nach Abgrenzung, besonders sein:
Ich tue viel, um anders zu sein, als die anderen. Ich will mich abheben.

Status:
Ich strebe nach Status und einem guten „Marktwert“.

Die Liste enthält nicht alle Motive, aber sicherlich findest Du Dich in einigen wieder. Menschen streben bewusst oder unbewusst nach Erfüllung ihrer Motive, weil wir dadurch Bestätigung, Wohlgefühl und Kraft gewinnen. Erfolgt keine Befriedigung oder ver- stoßen wir gegen Motive, treten Unzufriedenheit, Unruhe, Ärger, Frustration, Angst oder Kraftmangel auf. Es lohnt sich, die eigenen Motive oder Antreiber herauszuarbeiten und zu hinterfragen:

Welche Motive findest Du in Dir? Woher kommen Sie?

Unsere Persönlichkeit und Kindheitsprägung haben einen großen Einfluss auf die Entstehung unserer Antreiber. Welche Motive möchest Du weiterhin bestätigen und welche nicht? Was passt zu Deiner Persönlichkeit? Was bereitet Dir Freude? Was schrä- nkt Dich ein? Was hilft Dir dabei, Dich positiv zu entfalten und wo erzeugst Du Dir selbst Druck? Ich möchte Dich dazu anregen, Dich von Zwängen zu befreien und Deine Antreiber im Hier und Jetzt neu zu wählen.

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Bild #275718943 © kieferpix / Adobe Stock

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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