Wie angestrebte Veränderungen wirklich erfolgreich gelingen können!

Damit Veränderung gelingt

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 28 April 2017

Irrsinn entsteht, wenn man immer die gleichen Dinge tut, aber andere Ergebnisse erwartet. Eigentlich wissen wir das sehr genau und trotzdem erwarten wird das immer wieder. Wir wollen uns verändern: mehr Sport treiben, uns aus einer destruk- tiven Beziehung lösen, uns selbst mehr Raum geben, andere Prioritäten setzen, uns besser ernähren, glücklicher werden, abnehmen, früher Feierabend machen, NEIN sagen lernen, eine Krise oder Krankheit überwinden, gelassener sein oder
Ängste überwinden.

Doch wie oft bleibt es bei dem Vorhaben oder bei kleinen unregelmäßigen Impulsen, die nicht langfristig anhalten, weil wir führ MEHR keine Zeit hatten. Wir laufen vor dem weg, was wir uns „eigentlich“ wünschen. Oft kommt dann die Aussage: Ich würde das ja anwenden…ABER….! Und gleichzeitig klagen wir über unser Unwohlsein. Oder wir retten uns damit, dass wir uns selbst damit entschuldigen: „Ich kann es einfach nicht!“ Und trotzdem wollen wir weiterhin eine Veränderung und sind aufgrund dessen unzufrieden.

„Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden, einverstanden ist nicht behalten, behalten ist nicht angewandt, angewandt ist noch lange nicht beibehalten“

Zu mir kommen Menschen in einer Veränderungssituation. Sie äußern Probleme, Wünsche und Ziele. In jedem Falle soll sich etwas ändern. Symbolisch könnte man sagen: sie sitzen in einem Brunnen und wollen heraus. Wir alle sitzen mal in so einem Brunnen. Was brauchen wir nun, um aus diesem Brunnen herauszukommen?

Eine eindeutige Entscheidung treffen. Wir brauchen die Haltung „Ich möchte aus dieser Situation aussteigen und den Preis zahlen, den die Veränderung kostet.“ Solange ich im Brunnen sitze, aber den Weg heraus nicht gehen will, sondern direkt schlagartig im Freien sein möchte, wird es niemals funktionieren.

Die IST-Situation annehmen, anstatt damit zu hadern. Dein heutiges Problem war bis gestern die beste Lösung. Dafür verdient es Respekt und Achtung. Jammer nicht über die Situation im Brunnen. Nimm sie an und steh dazu, dass genau das jetzt Dein Ausgangspunkt ist. Bemitleide Dich nicht, sondern öffne Deine Arme für das, was die Veränderung mit sich bringt. Öffne Dich auch für den Weg der Veränderung.

Entscheide Dich für einen Weg, den Du aus dem Brunnen nehmen willst und stelle diesen nicht immer wieder
neu in Frage.
Solange Dir die Strickleiter nicht elegant genug, der Arm nicht passend, die Leiter nicht sicher genug und das Seil nicht schön genug ist, bist Du nicht wirklich innerlich bereit für den Weg aus dem Brunnen. Kein Weg ist der richtige, wenn Du mit einem Bein unten bleiben willst, weil das Problem auch Vorteile bringt (unbewusst), die Du vielleicht doch nicht aufgeben willst.

Habe liebevolle Geduld mit Dir. Veränderung ist ein Prozess. Niemand kann diesen von heute auf morgen abschließen. Vergiss nicht, wie lange Du schon in Deiner alten Struktur bist und wie lange nur im Vergleich dazu gerade der Prozess der Veränderung andauert. Der Weg der Veränderung formt Dich zu dem Menschen, der Du sein musst, um in Deiner Zielvorstellung leben zu können. Du brauchst den Weg und die Erfahrungen darin.

Konsequenz. Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das wächst. Wenn Du eine neue Fähigkeit oder Grundhaltung prägen möchtest, braucht das konsequentes Training: Die rationale Einsicht allein macht nicht viel aus und ist nur der erste Schritt. Schaffe Dir Bewusstheit für die Veränderung innerhalb des Tages.

Erst die passende innere Haltung (neue Gedanken) ermöglicht ein neues Verhalten: Wenn Du ein neues Verhalten von Dir erwartest, aber noch die alte Denkweise und Überzeugung hast, führt Dich das in die Irre und ist sehr anstrengend. Du kannst niemals dauerhaft gelassen sein, wenn Du die alten stressigen Antreiber und Denkgewohnheiten hast. Jede Atemübung bringt keine Entspannung und jede Stunde, die Du eher nach Hause fährst als sonst, bereitet Dir ein schlechtes Gewissen.

Zu hohe Ansprüche fallen lassen: Wenn Menschen an sich arbeiten, erwarten sie sehr oft viel zu viel von sich. Kleine Fortschritte fallen uns nicht auf und wir schätzen sie nicht. Wir wollen die großen Fortschritte und verzeihen uns nicht, wenn wir ab und zu in unser altes Muster verfallen. Das ist jedoch ganz normal. Besonders unter Druck aktivieren wir häufig noch unsere alten und bekannten Muster. Das bedeutet nicht, dass wir insgesamt keine Fortschritte erzielt haben.

Wir dürfen nicht erwarten, dass wir mal eben einen Schalter umlegen können. Keine Blume der Welt wächst dadurch schneller, dass man sie anschreit und ungeduldig auf den Boden stampft. Und trotzdem wird aus dem zarten Trieb irgendwann eine schöne Blume mit einer bunten Blüte. Es dauert so lange, wie es dauert.

Wenn Du an Veränderung denkst, wird es Dir sehr helfen, wenn Du diese Punkte verinnerlichst.
Du wirst staunen, was in Dir steckt.

Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © DOC RABE Media (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Teile deine Gedanken und Kommentiere meinen Blickwinkel ...