Der Anspruch an uns selbst kann unser Freund oder unser Feind sein!

Wie ist Dein Anspruch an Dich

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 5 Juni 2014

Welchen Anspruch hast Du eigentlich an Dich? Wie denkst Du über Dich? Wie treibst du Dich an bzw. was treibt Dich an? Bist Du Dein Freund, Förderer und Coach oder eher Dein Feind, Kritiker oder Saboteur? Es ist sehr aufschlussreich, sich darüber einmal Gedanken zu machen und die innere Haltung ins Bewusstsein zu holen. Wenn Du Dir einmal Gedanken darüber machst, was Dein Anspruch ausmacht, kommen Dir mit Sicherheit solche Aussagen wie „Unsere Gedanken bringen unsere Realität hervor!“ oder „Wir können nie größer werden als das, was wir für möglich halten!“ in den Sinn.
Es gibt viele dieser Aussagen, die alle auf eine Kernidee hinweisen:

Wir sind die Gestalter unseres Lebens!

Die größte Kraft, die uns und unser Leben beeinflusst ist der Anspruch, den wir an uns selbst und an das Leben haben. Wie sprechen wir mit uns? Wie sehen wir uns selbst? Wie denken wir über uns? Gedanken können unser Freund oder unser Feind sein. Ein zu niedriger oder abwertender Selbstanspruch kann uns ebenso Probleme bereiten, wie ein zu hoher. Ist der Anspruch an uns selbst zu hoch, können wir krank werden oder daran zerbrechen. Ist der Anspruch zu gering, bleiben wir unter unseren Möglichkeiten, langweilen uns, sind unzufrieden oder treten auf der Stelle. Nachfolgend ein paar Hinweise darauf, wie wir einen zu hohen Selbstanspruch erkennen:

  • Wenn wir alles besser wissen oder können müssen
  • Wenn wir uns nur mit dem „Perfekten“ zufrieden geben können
  • Wenn alles immer so laufen muss - wie wir es uns vorgestellt haben
  • Wenn wir uns selbst fertigmachen - weil wir unser Ziel nicht erreicht haben
  • Wenn wir einem Ideal entsprechen wollen - was wir nicht erreichen können
  • Wenn wir uns keine Fehler oder Unzulänglichkeiten zugestehen können
  • Wenn wir alle Dinge entweder GANZ oder GARNICHT angehen können
  • Wenn wir in allen Bereichen immer stark sein müssen
  • Wenn wir immer alles kontrollieren müssen

Die Folgen von einem zu hohen Selbstanspruch sind, dass wir ständig unruhig und unzufrieden sind. Der Druck wird unendlich groß: Schlafprobleme, Rastlosigkeit, Zwänge, Grübeln, Sorgen, Kopfschmerzen, Ängste, Bluthochdruck oder innere Unruhe stellen sich ein. Ein zu geringer Anspruch macht sich wiederum oft unterschwellig deutlich: chronische Unzufriedenheit, innere Leere, Bitterkeit oder Opfergefühle stellen sich ein.

Ein gesunder Selbstanspruch ist eine Quelle für Motivation und Inspiration. Er ist ein innerer Navigator oder Leuchtturm und wird immer durch Lernerfahrungen, Bedürfnisse und unsere Werte geprägt. Er ist die Basis für Ziele, Handlungen, Gesundheit, Erfüllung und Selbstverwirklichung und ist immer ein wandelbarer Spiegel der aktuellen Lebenssituation. Vielleicht könnte man statt Anspruch besser Leitbild dazu sagen. Hast Du eine konstruktive oder destruktive Vorstellung von Dir? Welche Ideen hast Du von Dir? Wie ist Dein Anspruch an Dich und Dein Leben? Beantworte Dir in aller Ruhe folgende Fragen:

  • Womit bist Du zufrieden?
  • Was forderst Du von Dir selbst?
  • Welchem Ideal rennst Du hinterher?
  • Was gibt Dir gute Gefühle und Ruhe?
  • Kannst Du Dich öffnen oder vertrauen?
  • Vergleichst Du Dich ständig oder wertest Dich ab?
  • Wie gehst Du mit Dir um - wenn Du Fehler gemacht hast?
  • Bist Du Dir ein guter Partner oder ein Feind/Kontrolleur?
  • Was kannst Du besser als andere Menschen? Kennst Du Deine Talente?
  • Bist Du Dir selbst treu? Spiegeln Deine Taten Deinen Anspruch an Dich wieder?
  • Lebst Du Dein Leben nach Deinem Anspruch oder nach der Vorstellung anderer Menschen?
  • Bist Du Opfer oder Gestalter? Glaubst Du daran - dass Du etwas bewegen kannst?
  • Was erwartest Du von Deinem Leben? Eher Erfolg oder eher Misserfolg?
  • Oder gibt es da noch mehr? Sinn? Eine Aufgabe haben? In sich ruhen?
  • Wie viel Liebe willst Du geben? Wie viel Liebe willst Du bekommen?
  • Willst Du geben oder nehmen? Jammerst Du oder wirst Du aktiv?
  • Wie willst Du Dein Leben gelebt haben - wenn es zu Ende ist?
  • Bist Du nur dann zufrieden - wenn etwas perfekt ist?
  • Suchst Du Möglichkeiten oder Ausreden?
  • Bist Du gut und wertschätzend zu Dir?
  • Wie gehst Du mit Kritik oder Lob um?
  • Wem versuchst Du etwas zu beweisen?
  • Willst Du etwas Besonderes sein?

Die wichtigste Frage ist: Verschaffst Du Dir mithilfe Deiner Gedanken Möglichkeiten und Freiraum oder Grenzen und Probleme? Lasse Dir bei den Antworten ruhig Zeit und schreibe sie auf. Was lösen diese Fragen bei dir aus? Kannst Du Antworten finden? Vielleicht verstehst Du nach und nach, warum ich die Worte „Navigator“ und „Leuchtturm“ ins Spiel gebracht habe …

Headerbild © Jakub Jirsák (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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