Das alltägliche Leid beenden und wieder ein zufriedenes Leben führen!

Wie Du Dein alltägliches Leid beenden kannst

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 2 Oktober 2014

Suchterkrankungen und Depressionen sind in den Industrienationen weit verbreitete Volkskrankheiten. Warum ist das so? In meiner Arbeit als Coach stelle ich immer wieder fest, dass es eine zentrale Ursache für Leid bei Menschen gibt: Widerstand gegen das, was ist! Wir regen uns über etwas auf, was hinter uns liegt, ärgern uns darüber, machen uns Vorwürfe, hadern oder kämpfen dagegen an. Wir setzen sämtliche Energien ein, um den Zustand abzuwehren, der längst eingetreten ist. Und was geschieht aufgrund dessen? Die Vergangenheit lässt sich ebenso wenig verändern wie das, was soeben geschehen ist. All unsere Widerstände erzeugen nichts als schlechte Gefühle und Leid, sonst nichts. Und trotzdem tun wir es immer wieder: wir wollen das, was ist, einfach nicht annehmen. Der Lebensfluss eines jeden Menschen hat seine eigene Bewegung, Flutwellen, Staudämme, Strömungen, Fließgeschwindigkeiten, Wasserfälle und Biegungen.

All das hat Gesetze, die wir nicht durch unser „Wollen“ kontrollieren oder steuern können. Ein Lebewesen überlebt in der Natur, indem es sich seiner Umwelt, der speziell auf sein Leben wirkenden Bewegung des Lebens anpasst. Wir passen uns an, indem wir den natürlichen Bewegungen des Lebensflusses möglichst wenig Widerstand entgegensetzen. „Widerstand aufgeben“ heißt nicht, zu resignieren, sich alles schön zu reden, oder grundsätzlich alles hinzunehmen. Widerstand leisten bedeutet „dagegen sein“, Undurchlässigkeit, Starrheit und Kampf – Widerstand aufgeben bedeutet „mit den Dingen sein“, Bewegung und Flexibilität. Hier kann ich etwas gestalten und meine Energie konstruktiv nutzen. Kurz gesagt bedeutet das:

„Ich habe nichts gegen das, was ist! Ich beende meinen Kampf gegen unabänderliche Realitäten und akzeptiere sie mit Demut“

Wenn ich der Bewegung des Lebens mit Starrheit zu widerstehen versuche, werde ich irgendwann daran zerbrechen. Ich muss nicht alles lieben, was das Leben gerade für mich bereit hält, aber ich nehme es an und stelle mich nicht gegen meinen eigenen Lebensfluss. Ich nehme den „Druck“ des Flusses flexibel auf und bewege mich mit diesem Fluss und folge ihm. Warum ist das so wichtig? In dem Maße, in dem ich gegen meinen Lebensfluss Widerstand leiste, wird das Leben auch gegen mich arbeiten. Konzentration auf Leid erzeugt immer mehr Leid. Abwehr erzeugt weitere Angriffe. Wenn ich nicht kämpfe, kann auch kein Krieg entstehen. Das innere Leid wird auf wundersame Weise verschwinden. Wir alle haben nur diese eine Entscheidung zu treffen, die wiederum weitreichende Konsequenzen für uns hat: Wollen wird leiden und zerbrechen oder unser Leid beenden?

Der einzig wirksame Schlüssel dazu liegt in der Akzeptanz der Höhen und Tiefen des Lebens. Wir können die Tiefen nutzen, um daran zu wachsen oder daran zugrunde gehen, verhindern können wir weder Schmerz, noch Probleme in unserem Leben. Innerer Widerstand führt auf Dauer immer zu irgendeiner Form von Selbstzerstörung. Wir stehen im „NEIN“ mit unserem Leben. Leid äußert sich in Traurigkeit, Unzufriedenheit, Anspannung, Verzweiflung, Angst, Schmerz, Wut und einer Vielzahl anderer quälender Gefühle. Ein zufriedenes Leben mit Schmerz und Problemen ist durch das Annehmen, Durchleben und Loslassen der durch Widerstand verursachenden Gefühle und Gedanken möglich. Den meisten Menschen fällt das schwer, weil sie zu stark mit ihrem sogenannten „Ego“ oder „Denker“ identifiziert sind. Wir alle haben einen Denker in uns, der mit aller Kraft und Anstrengung das Bild zu erreichen versucht, was wir von uns haben.

Die meisten Menschen identifizieren sich überwiegend mit ihren Gefühlen und Gedanken, also mit dem, was wir als „Ego“ erleben, und weniger mit dem, was wir wirklich sind. Das Ego sagt: „ich muss“, „ich will“, „ich brauche“, „ich suche“, „ich wünsche“ – es leidet an Leere, Unruhe, Mangel, Frustration, Unvollkommenheit und Unzufriedenheit. Sind wir damit stark verbunden, fehlt es uns an Selbstliebe, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Zuversicht, Harmonie, Freiheit und Zufriedenheit. Wir können das „Jetzt“ nicht ertragen und füllen diese Leere mit „Gedanken“ und Aktivitäten, die alles besser machen sollen. Wenn Du z.B. auf der Autobahn mit 30kmh zu viel geblitzt worden bist, dann ärgert sich Dein Ego die kommenden Tage immer wieder darüber und macht sich Vorwürfe, in der Hoffnung, das „Unheil“ dadurch abwenden zu können.

Wir Menschen sind ein Teil dieses Ganzen und des Universums. Wir kommen, wachsen, entwickeln, wandeln uns und gehen irgendwann wie jeder andere Mensch und viele andere Lebensformen hier auf dieser Erde. Alles ergibt einen übergeordneten Sinn, den unser Ego nicht erfassen kann. Unser Leben besteht aus Licht und Schatten und wir werden immer wieder an „Probleme“ geraten. Nicht, weil wir etwas falsch gemacht haben, sondern weil das Leben einfach so ist. Das ist der natürliche Lebensfluss. Wir können diesen Kreislauf nicht zu den Vorstellungen unseres Egos verändern oder manipulieren. Du kannst also nur ein harmonisches, zufriedenes, befreites Leben führen, wenn Du diese Gesetze annimmst und keinen Kampf kämpfst, den Du nicht gewinnen kannst. Ändere Deine Haltung, das wird zunächst sehr ungewohnt sein, aber immer besser funktionieren.

Die Natur interessiert sich nicht dafür, was Dein Ego „will“. Dein Lebensfluss ist der Weg der Natur. Greife nicht nach den vermeintlichen Sicherheiten und der Logik Deines Egos, denn Du wirst dadurch nur Leid verursachen. Gibt den Widerstand auf, und plötzlich ist das Leben keine Bürde mehr, sondern ein Spiel. Du gewinnst durch Deinen Lebensfluss Dein eigenes Lebensprofil und das ist genau richtig so. Jeder Mensch trägt in sich die Fähigkeit, in Einklang mit diesem Lebensfluss zu gelangen. Und das Wunderbare ist: Wenn wir das einmal erkennen und leben, bleibt dieses befreiende Lebensgefühl für immer. Wenn Du die Vorstellung Deines Egos loslässt und stattdessen mutig und liebevoll auf Deinen Lebensfluss vertraust, gibt es kein böses Erwachen mehr. „Ich habe nichts gegen das, was ist!“ Die weitere Entwicklung dieser Haltung würde heißen:

„Ich liebe alles, was das Leben für mich bereit hält!“

Headerbild © Shock (Fotolia)
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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