Wochenmotivation zum Jahreswechsel!

Neujahrsletter zum Jahreswechsel

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 29 Dezember 2015

Wenn es auf den Jahreswechsel zugeht, dann machen sich wieder viele Menschen Gedanken darüber, was im neuen Jahr alles besser oder anders laufen soll. Alles soll nicht mehr so ungeordnet sein, ruhiger, klarer, freier, sinnvoller oder konsequenter. Irgendetwas haben wir bisher wohl nicht ganz richtig gemacht, sonst hätte es ja schon längst funktioniert. Doch wie schaffen wir es, die gewünschte Klarheit zu gewinnen und Ordnung und Ruhe in uns zu spüren, in unserer Gefühlswelt, in unseren Gedanken und Handlungen?

Wie können wir uns erfüllter und freier fühlen?
Die größte Last, die uns daran hindert, wirklich Klarheit und Sinn zu gewinnen und Ruhe, ist unser Denken, das ständig in Bewegung ist, sich mit Erinnerung, Projektion, Sorgen, Dramatisieren und Vergleichen beschäftig. Spannend ist, dass wir unsere Unordnung und Sinnlosigkeit mit dem gleichen Werkzeug auflösen wollen, das sie erschaffen hat: mit dem Denken! Wir grübeln also darüber, wie wir Ordnung und Erfüllung finden. Lass das einmal auf Dich wirken! Klingt doch tatsächlich nicht wirklich effektiv oder? Und trotzdem versuchen wir es unentwegt, weil der Denker in uns sich dafür befugt hält.

Da es bei Themen wie Klarheit, Sinn, Ruhe oder Ordnung jedoch um das Leben als Ganzes geht (TUN, DENKEN, FÜHLEN, SPÜREN, VERHALTEN), können wir unmöglich mit einem Teil von uns, dem „Denker“, all unsere Probleme lösen. Der Denker ist damit überfordert, da er die Probleme selbst geschaffen hat. Du kannst es gerne weiter ausprobieren, es weiterhin nur auf diese Weise zu tun, irgendwann wirst Du Dich wieder an meinen Satz erinnern. Denken an sich ist sehr hilfreich, aber nicht überall und immer!

Stell Dir vor, Du kannst im Wasser Dein Spiegelbild nicht erkennen, weil es so unruhig und aufgewühlt ist. Würdest Du noch mehr Unruhe ins Wasser bringen und hoffen, dass sich dadurch die notwendige Ruhe und Klarheit einstellt? Du würdest keine Bewegung mehr unternehmen und im Moment verweilen, Raum lassen, und plötzlich ergibt sich von selbst ein klares Bild von Dir, plötzlich kannst Du bis auf den Grund blicken. Wenn wir ab und zu das Denken und Vergleichen abstellen, werfen wir eine ungeheure Last ab, und haben Zugriff auf eine ganz neue Tiefe, Selbsterkenntnis, Energie und Wahrheit in uns selbst.

Wie geht das?
Der Schlüssel liegt im Wunder der Aufmerksamkeit. Sei bei dem was Du tust mit Deinem gesamten Wesen aufmerksam, mit allen Sinnen völlig gegenwärtig und in purer Aufmerksamkeit. Dann entstehen plötzlich eine Stille und ein innerer Raum. Diesen Raum kannst Du nicht erschließen, wenn Du voll bist mit Gedanken über Dinge, an denen Du hängst, Erwartungen, Ängsten, Vergleichen, Jagd nach Vergnügen und Bestätigung. Du kannst Dich so niemals neu ausrichten, denn das Denken ist nicht neu, es ist des Festhalten von Erinnerungen. Wir tun das ständig, weil wir uns so konditioniert haben.

Wir müssen uns in Gedanken auf etwas zubewegen, einen Glauben, eine Vorstellung, ein Ziel, ein Prinzip, eine Erwartung oder Ähnliches. Wenn Du nur und ausschließlich starr in diese Richtung gehst, kannst Du diesen Raum der Fülle nie betreten, da er nicht entstehen kann. Aufmerksamkeit schafft Raum. Für Ruhe, Klarheit und Ordnung brauchst Du Stille und keine Bewegung. Nur dann wird Dein Blick auf Deine innere Unordnung frei.

Diese unbewegliche Stille hat etwas sehr dynamisches und lebendiges (es geht nicht um statische Bewegungslosigkeit), was Dich in Bezug auf Dein Bedürfnis nach Sinn viel weiter bringen kann als stundenlange Gedanken. Wenn Du diese Form der Aufmerksamkeit als Mediation in den Alltag einbaust und Dir bei allem, was Du tust vor Augen führst, dann ordnet sich alles in Dir und findet nach und nach seinen Platz. Du kannst Deinen Gedanken bewertungsfreie Aufmerksamkeit schenken, Deinen Empfindungen, Deinen Bewegungen, Handlungen und Deinen Worten.

So verstanden heißt Meditation: „Ordnung in das innere Chaos bringen“, aber ohne Zwang, Bemühen oder Kontrolle. Jeder Zwang bewirkt das Gegenteil. Du richtest Deine Aufmerksamkeit ohne Entschuldigung, Ablenkung oder Ablehnung auf Deine innere Unruhe. Oft wird das mit starrer Konzentration verwechselt. Doch das meine ich nicht. Konzentration ist nicht unbedingt Aufmerksamkeit. Konzentration ist eng und begrenzt, Aufmerksamkeit ist frei und grenzenlos. Nur durch Aufmerksamkeit lernst Du die Natur Deiner inneren Unordnung und Widersprüchlichkeit kennen.

Aufmerksamkeit bewertet nicht, verurteilt nicht, tadelt nicht, lehnt nicht ab, passt sich nicht an, kontrolliert nicht, sondern nimmt wahr und lässt vollkommen zu. Plötzlich zündest Du im Innern ein Licht an, es wird klar, ruhig und hell. Du erkennst Dein inneres Ziel: absolute Selbsterfahrung im JETZT. Diese Form der Aufmerksamkeit nennt man auch Präsenz, aus ihr entsteht ein Gefühl von Freude und Liebe in Dir, das in alles einfließen kann, was Du tust.

„Nur in einem klaren Teich spiegelt sich das Licht der Sterne“ …

Gönne Dir im neuen Jahr diese Form der puren Aufmerksamkeit und tausche sie immer häufiger gegen Unruhe und Chaos oder wenn Du Widersprüchlichkeit oder Konflikte in Dir spürst. Nutze die Stille als Zufluchtsort, Du findest sie nicht durch krampfhafte Konzentration auf die Gegenwart, sondern durch unbewegliche Aufmerksamkeit auf das, was gerade ist, also Hingabe. Alles ist schon da: Ruhe, Ordnung, Frieden, Sinn und Freiheit, Du brauchst Dich dem nur in Dir selbst zuwenden …

Download Link zum Neujahrsletter 2016

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Teile deine Gedanken und Kommentiere meinen Blickwinkel ...