Den Jahreswechsel mit neuen Augen betrachten!

Impuls zum Jahreswechsel

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 30 Dezember 2014

Wie so oft, machen wir uns zum Jahreswechsel viele Gedanken. Wir fassen Vorsätze und hoffen, dass im nächsten Jahr so einiges besser wird. Und dann sind wir schon bald wieder mitten im neuen Jahr und nichts hat sich großartig geändert oder? Das Jahr treibt uns gefühlt vorwärts und rauscht an uns vorbei. Gute Ideen sind aufgeflackert und dann in der Unbewusstheit des Alltags wieder verschwunden. Wir wollten etwas ändern, eine Entscheidung treffen, einen anderen Weg wählen, das Leben anders gestalten.

Doch irgendetwas gibt es ja in uns, was uns immer wieder jedes Jahr neu dazu veranlasst, Wünsche, Impulse oder Unzufriedenheit zu spüren und das Bedürfnis zu haben, etwas zu verändern oder mehr Bewusstheit in unser Leben zu bringen. Jeder von uns kennt diese nachdenkliche leise oder laute Stimme in uns, dieses Gefühl oder die innere Gewissheit, dass es nicht genau so weitergehen sollte im nächsten Jahr.

Veränderungen sind wirksam, wenn wir sie „jetzt“ verwirklichen!

„Wir brauchen nicht so fort zu leben, wie wir gestern gelebt haben. Macht euch von dieser Anschauung los, und tausend Möglichkeiten laden uns zu neuem Leben ein. (Christian Morgenstern 1871-1914, deutscher Schriftsteller)“

Das „Jahr“ ist eine willkürlich gewählte Menge von Zeit, mit willkürlich festgelegten Anfangs- und Endpunkten. Natürlich besteht über die Gültigkeit dieses „psychologischen Konstruktes“ allgemeine Übereinstimmung. Die Bezeichnung „Jahr“ mit bestimmten Ritualen, Zielpunkten und Strukturen gibt uns Stabilität. Für den Beruf brauchen wir das „Geschäftsjahr“, um Ergebnisse zu bewerten, Ziele zu formulieren, Zahlen in Bezug zueinander setzen zu können.

Und trotzdem ist es eine „psychologische“ Grenze, die wir beim Jahresübergang von 2014 zu 2015 durchschreiten. Letztendlich ist es der Strom der Zeit, den wir versuchen in Häppchen zu schneiden, indem wir Zeit versuchen zu messen. Der Strom der Zeit ist unendlich und kennt weder Anfang noch Ende. Wir Menschen sind lediglich eine kleine Erscheinung, die kommt und bald wieder geht innerhalb des unendlichen Zeitstroms.

Die Behauptung: „Ich habe keine Zeit“, stimmt also nicht, auch, wenn unser subjektives Erleben uns das sicherlich oft so empfinden lässt. Jeder hat gleich viel Zeit! Zeit können wir streng genommen auch nicht „haben“, denn sie ist nicht zu besitzen. Jeder von uns kann innerhalb des unendlichen Zeitstroms sein Leben mit unterschiedlichen Erlebnissen und Erfahrungen füllen.

Wir „haben“ auch kein Leben, wir SIND das Leben und machen eine Erfahrung innerhalb dieser gefühlten Zeitspanne als eben dieser Mensch. Jeder von uns wird Zeit anders empfinden und nutzen. Empfundene Zeit ist anders als gemessene Zeit! Das Erleben spielt hier eine wichtige Rolle! Doch wie kannst du die Qualität deines Erlebens verbessern? Ich denke, dass es wichtig ist, jederzeit sich seiner selbst bewusst zu sein! Und das zu jeder Zeit! Nicht nur am Jahresende.

Was fange ich mit meiner Zeit denn so alles an? Wie oft bist Du Dir während des Tages Deiner selbst bewusst? Wie oft befindest Du Dich im Hamsterrad des Alltags und bekommst überhaupt nicht mit, wie die Zeit verrinnt.

Meine Top 10 für Zeitverschwendung sind:
1. sich Sorgen machen
2. sich ärgern (vor allem über etwas, was unveränderlich ist)
3. im Internet surfen, Fernsehen
4. Ausreden suchen für etwas, was Du eigentlich tun willst, aber dann doch nicht tust
5. über andere Menschen lästern oder sich aufregen
6. streiten/Recht haben müssen
7. der ständige Kampf nach Anerkennung und Bestätigung
8. Lebenszeit in etwas investieren, von dem du spürst, dass es Dich nicht langfristig erfüllen wird oder von dem Du schon spürst, dass es Dir nicht gut tut
9. Dinge tun, die Dir helfen, Deine Ängste zu kompensieren oder weiterhin vor ihnen zu flüchten
10. Menschen zur Einsicht bringen, die keine Einsicht wollen

Überlege einmal, welche dieser Aktivitäten wie viel Deiner Zeit des Tages in Anspruch nehmen? Wie viel Zeit ist das hochgerechnet auf ein Jahr? Auf viele Jahre? Es ist nicht nur zum Jahreswechsel wichtig, Bewusstheit in Dein Leben zu bringen. Beobachte wie ein Kind und lasse das Leben auf Dich wirken. Sei 100% anwesend im jetzigen Moment und lasse das los, was Du nicht beeinflussen kannst. Löse Dich von dem, was Dir nicht gut tut.

Nutze Deine Zeit für das, was Dir wirklich etwas bedeutet. Verschiebe es nicht, fange heute damit an, denn HEUTE kann Dein neues Leben beginnen. Der Jahreswechsel erzeugt einzig und allein eine andere Zahl auf dem Papier. Nicht mehr- nicht weniger. Ich möchte mit einem Zitat von Tom Hiddlestone schließen, das wunderbar dazu passt:

WE ALL HAVE TWO LIVES.
THE SECOND ONE STATRS WHEN
WE REALISE WE ONLY HAVE ONE.

Bringe Bewusstheit in Dein neues Jahr, dazu brauchst Du keine Vorsätze am 31.12., sondern nur Achtsamkeit für den jetzigen Moment. Alles Gute, wertvolle Erfahrungen und von Herzen Bewusstheit wünsche ich Dir für das Jahr 2015 …

Headerbild © Motorradcbr (Fotolia)
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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