Wer seine Lebendigkeit spürt - öffnet sein Herz für Wunder!

Hast Du Dich schon zur Lebendigkeit erweckt?

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 4 April 2015

Hast Du Dich selbst eigentlich schon zum Leben erweckt? Bist Du noch im Dunkeln oder „siehst Du“? In der Bibel geht es um das Überwinden des Todes. In 3 Tagen fügt sich alles zusammen: Leid, Befreiung, Ohnmacht, Hass, Liebe, Ende und Anfang, Tod und Leben. Ist das EINE das Gegenteil des ANDREN oder ist vielleicht doch alles EINS? Eine interessante Frage oder?

Das Gegenteil von Leben ist der Tod – denken wir. Was der Tod ist, glauben wir zu wissen, aus Erzählungen, Forschung oder, weil wir den Tod anderer erlebt haben. Für viele von uns fühlt er sich in der Vorstellung kalt, traurig und dunkel an. Er hat etwas mit „verschwinden“ und zumindest körperlich etwas mit „auflösen“ und Ende zu tun. Und dann sind da noch die anderen kleinen Tode, die mitten im Leben geschehen. Der Abschied, das Loslassen oder die Trennung von Menschen, das Scheitern von Beziehungen, Ideen und Plänen, der Verlust der Gesundheit oder einer Arbeitsstelle, eine große Enttäuschung, der Zusammenbruch, die Pleite eines Unternehmens. Ebenso der Tod in Gestalt von Zerstörung, Gewalt, Quälerei, Erpressung, Terror, Krieg, Entführung, Mord, Neid, Lügen, Hass.

Der Tod in all seiner Gestalt fühlt sich bedrohlich und schmerzhaft an. Wir fürchten, nicht genug geliebt zu werden und gleichzeitig fürchten wir die Liebe. Wir fürchten die Einsamkeit, die der Verlust einer Bezugsperson in uns hinterlässt und gleichzeitig fürchten wir die Abhängigkeit. Ein wesentlicher Teil in uns stirbt immer, wenn wir jemand/etwas WERTVOLLES und BEDEUTSAMES verlieren. Wir fürchten auch unsere eigene Vergänglichkeit. Ist das nun ein Teil des Lebens oder etwas, was wir zu verhindern versuchen oder nicht wahrhaben wollen? Flüchten wir vor dem Tod oder flüchten wir vor dem Leben?

Und was ist dann das Leben?

Wir werden immer wieder in Kontakt gebracht, mit dem, was LEBEN angeblich ausmachen soll: Spaß, Anerkennung, Arbeit, volle Termine, Action, Erfolg, Besitz, Schönheit, Sex, Jugend… So geht das Leben – meinen wir zu wissen. Ach, ist das so? Wo sind wir denn täglich? Begegnen wir uns oder flüchten wir vor der wahren Lebendigkeit in das, was wir „Leben“ nennen? Hat Leben etwas mit Geschwindigkeit, Außenwirkung, Quantität und Lautstärke zu tun, oder doch etwas mit Einkehr, Stille, Freiheit, Qualität, Fokus und Tiefgang? Ist es der Bass der Musik, der Dich Lebendigkeit fühlen lässt oder Dein Herzschlag?

Wann hast Du zum letzten Mal Deinen Herzschlag oder Deine Atmung wirklich gefühlt? Wann hast Du dieses bei einem geliebten Menschen oder vielleicht auch Tier gespürt? Hasten wir nicht ständig von einer Aktivität zur nächsten und sind ebenfalls in Gedanken und Gefühlen niemals bei dem, was wir gerade tun? Seltsam, auch diese Menschen, die laut Werbung ein „erfülltes Leben“ haben müssten, kommen sehr häufig in meine Coaching Praxis, weil es ihnen tatsächlich genau daran fehlt.

Laut www.frnd.de begehen 10.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr Selbstmord, 4 Millionen Menschen sind suchtkrank und etwa 4 Millionen Menschen leiden an einer depressiven Störung, weltweit sind schätzungsweise 121 Millionen Menschen davon betroffen. Jeder dritte Notarzteinsatz hat mit psychischen Krisen zu tun. Junge Erwachsene zwischen 15 und 34 sind zunehmend von psychischen Gesundheitsproblemen wie Angststörungen und Depressionen betroffen.

Wissen wir wirklich, wie das Leben geht?
In der Bibel spricht man von Auferstehung: Plötzlich ist der große Stein weg! Plötzlich ist dort Licht!

Für mich gibt es den Weg zur persönlichen Auferstehung zur Lebendigkeit! Wir finden ihn JETZT und HIER in uns selbst. Es bedeutet oft, einen Weg durch Leid und den aktuellen Schmerz hindurch zu gehen und darin das Licht zu finden. Für mich ist der Tod nicht das Gegenteil von Leben! Leben IST einfach. Es hat kein Gegenteil und Du kannst es nicht verlieren, weil es nicht zu besitzen ist. Du kannst es nur JETZT (er)leben. Geburt, Leben und Tod bilden nicht Anfang, Mitte und Ende. Wir leben in einem ständigen Kreislauf von Entstehen, Vergehen, Entfaltung, Gewinnen und Verlieren, Freude und Schmerz. Wenn wir diesen Kreislauf annehmen und aktiv leben, wird das zu unserer persönlichen Auferstehung und wir sehen plötzlich klar.

Jetzt rauscht das Leben nicht mehr an uns vorbei, sondern wir werden lebendig. Diese Form der Lebendigkeit eröffnet eine andere Form der Nähe zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen. Wir schauen nicht mehr weg, sondern HIN und öffnen uns für das Leben. Es entsteht eine andere Form von Liebe und Nähe, wenn wir nicht auf Sicherheitsabstand bleiben und uns selbst verwundbar machen und uns sensibilisieren für die Wunden und die Verwundbarkeit der Menschen um uns herum.

Wer lebendig ist, öffnet sein Herz für Wunder. Er ist bereit dafür, dass das Leben selbst nach vielen schmerzhaften Erfahrungen oder Verlusten doch noch Überraschung, Heilung und Versöhnung für ihn bereithält. Der Lebendige steht vielleicht gerade da: gekränkt, verlassen, beschwert, verzweifelt, verraten oder einsam – ganz ohne Antwort auf seine Fragen. Er blickt lange in die Dunkelheit und dann ist dort plötzlich Licht, dann sind dort Antworten und ein Weg zeichnet sich ab oder es gibt einen Anker.

Unsere persönliche Auferstehung feiern wir immer dann, wenn wir spüren, dass das Leben völlig unerwartet Licht spendet:
Ein Moment der Verschmelzung, eine Hilfe, eine Tür, die sich öffnet, eine unvorhersehbare Lösung, eine Geburt, ein Gefühl von Geborgenheit, ein Neuanfang, eine neue Liebe, eine Entschuldigung, eine überwundene Hürde, ein gelöster Konflikt, ein neuer Sinn oder eine Antwort.

Lass Dich also von Ostern inspirieren in seinem grundsätzlichen Sinn. Das ist mehr als Ostereier färben und suchen oder mit der Familie spazieren gehen. Wenn Du Ostern als Tor zur Lebendigkeit nutzt, dann wird das deine Auferstehung ohne Ende auch inmitten von Schmerz und Unruhe …

„Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht herumlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine Hoffnung hat – Friedrich von Schiller“

Headerbild © Kevron 2001 (Fotolia)
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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