Unsere Atmung beeinflusst unsere Leistungskraft und unser Wohlbefinden!

Atmen ist Leben!

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 29 Januar 2016

Zeit zum „Verschnaufen“ bleibt den meisten Menschen heutzutage kaum. Das hat sehr negative Auswirkungen auf unser eigenes Wohlbefinden, denn Atmung und Psyche sind eng miteinander verbunden. Unsere Atmung wird durch unsere Gefühle beeinflusst. Alles, was uns bewegt, hat Auswirkungen auf unsere Atmung. Umgekehrt gilt das Gleiche: Eine verkrampfte oder flache Atmung beeinflusst unsere Leistungskraft und unser Wohlbefinden negativ und eine tiefe Atmung hat sofort eine wohltuende und kraftspendende Wirkung.

Wenn wir nervös sind, atmen wir flach
Die Atmung stockt, wenn etwas Schlimmes passiert
Wenn wir Angst haben, verkrampft sich die Atmung und der Puls wird sehr schnell
Wenn wir uns entspannen, atmen wir ruhiger und tiefer
Wenn wir erleichtert sind, löst sich der Atemfluss
Lachen lockert das Zwerchfell

In Stresssituationen neigen viele Menschen zu einer flachen Atmung, durch welche die Lungenkapazität nicht vollkommen ausgeschöpft wird. Es kann zu einer Sauerstoffunterversorgung der Gewebezellen kommen. Dabei verbleibt die eingeatmete Luft in den Lungenbläschen und gelangt nicht vollständig an die Organe. Hierdurch können die betroffenen Organe nicht mehr Ihre volle Leistungsfähigkeit abrufen. Dem Gehirn kann aufgrund dessen nicht ausreichend Sauerstoff zugeführt werden und das zeigt sich in chronischer Müdigkeit, Kopfschmerzen und verminderter Leistungsfähigkeit.

Atmen ist Leben!
Wir alle atmen von Geburt an. Ständig und ohne es zu merken. Ganz von allein. Mit jedem Atemzug versorgen wir unsere Zellen mit wertvollen Sauerstoff. Wie viel Sauerstoff der Körper aufnehmen kann, ist konditionsabhängig: Sportler können mehr verwerten, Untrainierte nur sehr wenig, deshalb müssen sie häufiger atmen, um auf die gleiche Menge zu kommen. Doch auch die Technik entscheidet. Die meisten Menschen atmen viel zu flach und sind deshalb nicht gut versorgt. Richtig atmen heißt: tief und entspannt in den Bauch atmen und die Lungen dann wieder voll entleeren.

Atme durch!
Der erste Schritt zu effektivem Atmen ist, den Atemfluss wahrzunehmen. Beeinflusse den Atem nicht, sondern beobachte ihn zunächst einfach einmal. Das ist gar nicht so einfach. Beobachte, wie der Atem kommt und geht. So entsteht etwas, was sich „achtsames Loslassen“ nennt. Nimm Dir Zeit, täglich zu üben. Meist hängen wir mit dem Atmen in oberen Regionen. Durch diese „Hochatmung“ entstehen Enge, Druck und Verspannungen. Das Zwerchfell, der wichtigste Atemmuskel, kann sich nicht ausdehnen. Normalerweise hebt und senkt es sich bei jedem Atemzug, sorgt so für eine bessere Durchblutung und ermöglicht die Ausdehnungsfähigkeit der Lunge.

Gezielte Atemübungen können helfen, ein besseres Bewusstsein für sich selbst und den Atem zu bekommen, tiefer und entspannter zu atmen und damit gleichzeitig Entspannung und Wohlbefinden zu erzeugen. Diese gezielte und regelmäßige Atementspannung bewirkt langfristig eine allgemeine Grundentspannung und mehr Gelassenheit im Alltag. Ebenfalls hat sich im Umgang mit Stress und Angst das Erlernen einer entspannenden Atemtechnik (die in der speziellen Situation eingesetzt wird) als sehr hilfreich bewiesen. Mittlerweile ist die Atemtherapie, zu dessen Teilbereich die Atemübungen zählen, auch fester Bestandteil regenerativer Therapiemaßnahmen nach Operationen, Atemwegserkrankungen oder psychischen Beschwerden geworden. Nachfolgend zwei effektive Übungen:

Die Zwerchfellatmung
Die Zwerchfellatmung oder Bauchatmung ist vor allem zur Entspannung und für die Unterstützung von Gelassenheit und Wohlbefinden geeignet. Sie fördert Deine Gesundheit: Entspanne Dich und stelle Dich aufrecht hin. Die Arme hängen locker an den Seiten Deines Körpers. Atme so tief wie möglich ein. Versuche nun, die Luft aus der Lunge herauszupressen, indem Du den Bauch einziehst. Lege dazu Deine Hände flach auf den Bauch und achte auf das Heben und Senken des Bauches.
Übe das etwa 2-10 Minuten.

Anspannen und Entspannen
Diese Übung eignet sich gut zum Abbau von Anspannung und Stress und zur Verbesserung der Konzentration und Durchblutung: Atme langsam und tief ein und versuche direkt nach dem Einatmen die Muskeln Deines Körpers extrem anzuspannen. Halte dabei die Luft an. Atme dann ganz langsam wieder aus und entspanne Deine Muskeln komplett.
Wende die Übung immer dann an, wenn Du angespannt bist …

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Headerbild © Olly (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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