Acht gute Tipps für mehr berufliche und private Disziplin

8 Tipps für mehr Disziplin

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 5 September 2014

Wenn ich mehr Disziplin hätte, dann… Leider fehlt mir die Disziplin! Du bist aber so diszipliniert, ich könnte das nicht! Kennst Du solche Aussagen? Wünscht Du Dir manchmal auch mehr Disziplin für Deine Ziele? Für viele ist Disziplin zwar wünschenswert, aber in der Vorstellung nicht gerade etwas Positives: Schule, Eltern, unangenehme Gefühle, Widerstand, Drill, Anstrengung, kein Spaß, Strenge, Härte, Strafe, Überwindung, Vorgaben vom Chef oder Zwang und Zucht. Willensstarke Menschen setzten sich ein Ziel und verfolgten dieses Ziel mit eiserner Disziplin. Dieser eiserne Wille entscheidet über Glück, Zufriedenheit, Gesundheit sowie Karriere und finanzielle Sicherheit. Doch was ist eigentlich Disziplin wirklich?

Als grundsätzliche Definition kann man z.B. lesen: „Disziplin ist Selbstregulierung“, „Selbstdisziplin ist das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Impulse, um etwas zu erreichen, was wir uns vorgenommen haben“ oder „Ein auf Ordnung bedachtes Verhalten“…

Disziplin ist also etwas, was Du abrufst, um ein Ziel zu erreichen, sie muss dabei nicht unbedingt überall und jederzeit präsent sein. Ich möchte den Begriff Disziplin vielleicht eher mit Selbstdisziplin umschreiben: Die Fähigkeit, das zu tun, was getan werden muss, um das zu erreichen, was Du wirklich willst und Dich nicht von momentanen Impulsen (von dem, was Du momentan gerade willst) ablenken zu lassen. Es bedeutet also, die Macht über sich zu haben und sich nicht von einem gewählten Fokus abbringen zu lassen. Das ist doch eigentlich das, was wir wollen. Wir möchten unsere Ziele erreichen und unsere Aufmerksamkeit darauf ausrichten. Doch warum gelingt es uns dann oft nicht, diszipliniert zu sein?

Es könnte einfach sein, dass uns das Ziel nicht wichtig genug ist oder attraktiv genug erscheint, um alte Gewohnheiten zu verlassen. Wir reden uns immer wieder ein, dass wir wollen, aber eigentlich wollen wir nicht wirklich (wenn wir ganz ehrlich zu uns sind). Es kann sich um eine innere Trotzreaktion handeln, weil wir uns selbst unter Druck setzen oder etwas von uns verlangen, was sich mit unserer momentanen Lebenssituation nicht verträgt. Der Weg zum Ziel ist derart negativ belegt in unserer Vorstellung, dass unser Unbewusstes immer wieder Ausflüchte sucht. Es gibt andere innere, unbewusste Widerstände oder unberücksichtigte Motive, die tiefer verankert sind. Wir haben zu viele Ziele oder wir haben einen „Konflikt“ zwischen inneren Anteilen, die für unterschiedliche Bedürfnisse einstehen und blockieren uns dadurch.

Eins dürfen wir nicht unterschätzen: über einen längeren Zeitraum gesehen, ist
das Abrufen von Disziplin nämlich keine reine Kopfsache. Die Verbundenheit mit unserem Ziel, gerade dann, wenn es weiter entfernt liegt, muss von innen heraus kommen, damit wir diszipliniert bei der Sache bleiben können. Der Wille lässt irgendwann nach, wenn das Unbewusste das Ziel nicht unterstützt!

Lerne Dich kennen und beobachte Dich genau! Wie diszipliniert bist Du wirklich? Wie viel nimmst Du Dir vor und was davon ist überhaupt realistisch? Übernimmst Du Dich regelmäßig? Konzentrierst Du Dich auf das, was klappt oder auf das, womit Du unzufrieden bist? Wie streng bist du mit Dir? Wann wendest Du Vermeidungsstrategien an? Woran erkennst Du das? Was tust Du dann genau? Wie lenkst Du Dich ab? Welche Ausreden benutzt Du? Womit könnte das zusammenhängen? Was steht in Konkurrenz zueinander? Gibt es Unterschiede zwischen beruflicher und privater Disziplin? Woran liegt das? Was lernst Du daraus? Wie viel Freiraum gönnst Du Dir? Reicht das aus, um genug Energie für Deine Ziele zu haben?


Hier kommen meine Top 8 Tipps für mehr Disziplin

1. Bevor Du ein Ziel angehst, führst Du vorher eine „Machbarkeitsprüfung“ durch: Was genau will ich tun und wie lange dauert es? Was brauche ich dazu? Was beinhaltet der Weg zum Ziel? Wie verträgt sich das mit anderen Zielen oder Aufgaben oder mit meinem Umfeld? Will ich das wirklich? Wie wichtig ist es mir?

2. Wenn Du Dich zu einer unliebsamen Aufgabe disziplinieren willst: Fange so schnell wie möglich an und frage Dich nicht, ob Du Lust hast! Tue es einfach!

3. Teile komplexe Aufgaben in kleine Teile, die Du nach und nach erledigst. Konzentriere Dich dabei immer
auf die einzelnen kleinen Erfolge.

4. Umgebe Dich mit Menschen, die auch diszipliniert sind und Freude daran finden, sich selbst zu steuern. Rechtfertige Dich nicht bei Menschen, die Dich kritisieren und selbst nicht mit ihrem Leben zufrieden sind.

5. Höre auf, Dir selbst etwas vorzumachen: entweder nimmst Du Dir etwas vor, um es auch zu tun oder Du nimmst es Dir eben gar nicht erst vor.

6. Wenn Du Dich immer wieder beim abzulenken erwischt, schau genau hin: warum lenke ich mich ab? Welchen Nutzen habe ich davon? Was schütze ich vielleicht dadurch? Welche Interessenkonflikte gibt es? Wie kann ich einen Kompromiss schließen?

7. Schaffe eine Balance zwischen beruflichen und persönlichen Zielen. Wenn Du beruflich Dein „Disziplinpulver“ bereits verschossen hast, ist privat keine Power mehr da. Du bist nicht faul, sondern einfach ausgepowert.

8. Konzentriere Dich auf Weniges, aber wesentliches.

Wenn Du spürst, dass Du Deine inneren Widerstände nicht aushebeln kannst, Dir das Ziel aber sehr wichtig ist, könnte ein Coach helfen. Er kann verdeckte Muster und Blockaden aufdecken und mit Dir auflösen bzw. transformieren …

Headerbild © Helder Almeida (Fotolia)
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Kennst Du weitere Tipps für mehr Disziplin? Ich freue mich über Kommentare zu diesem Thema …

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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