Führungskräfte können durch wirksame Rhetorik eine bessere Wirkung erzeugen!

Wirksame Rhetorik für Führungskräfte

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 17 Mai 2018

Hast Du Dich auch schon gefragt, wie Du in der einen oder anderen Situation mehr Wirkung bei anderen Menschen erzeugen kannst? Führungskräfte stehen oft im Fokus und müssen vor Gruppen oder in Gesprächssituationen wirksam überzeugen oder motivieren. Dabei kommt es weniger darauf an, WAS gesagt wird, sondern WIE und in welcher Verpackung. Es gibt nicht ohne Grund ein berühmtes Zitat: „Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion, die man erhält!“ Es ist also von großer Bedeutung, was beim Gegenüber ankommt und nicht nur, was Du sagen willst.

Viele meiner Klienten glauben zunächst nicht, wie viel mehr Wirkung man oft mit kleinen Veränderungen erzeugen kann und sind dann über sich selbst überrascht. Menschen entscheiden aufgrund von Emotionen, nicht von Informationen. Also sollten wir genau überlegen, wie wir welche erzeugen. Nachfolgend habe ich ein paar rhetorische Tipps aus meinem Erfahrungsschatz für Euch zusammengestellt.

Wirksame Rhetorik für Führungskräfte

 
Persönliches interessiert: Baue in Deine Präsentation immer wieder ein paar kleine Geschichten, Beispiele oder Anekdoten aus Deinem eigenen Leben mit ein! Plötzlich ist Dein Vortrag viel interessanter, lebendiger und nachhaltiger. Erzähle Geschichten. Du kannst dadurch sofort unterschiedliche Emotionen erzeugen: Betroffenheit, Identifikation, Motivation, Freude, Nachdenklichkeit und vieles mehr.

Konkret werden: Weg von allgemeinen und schwammigen Aufzählungen oder Beschreibungen. Vermeide Worthülsen jeder Art. Verwende immer wieder konkrete Beispiele und beziffer das, was zu beziffern ist. Das Gehirn kann diese Informationen viel besser aufnehmen und Dein Gegenüber spürt Deine Souveränität.

Verwende symbolische Metaphern oder präsentiere in Bildern: Sobald man mit Worten Bilder erzeugt, verdoppelt sich die Wirkung. Überlege, wie und wann Du bildhafte Vergleiche anbringen kannst. Sei kreativ, wenn Du Sachverhalte erklären möchtest! Nach einiger Übung wird das Dir immer besser gelingen und Du wirst staunen, wie eingängig und anschaulich plötzlich Deine Inhalte werden.

Kurz und prägnant formulieren: Arbeit ist Widerstand. Der Mensch will sich Deine Botschaft nicht erst erarbeiten müssen. Kommuniziere direkt ins Gehirn! Vermeide Floskeln und Konjunktive, wenn Du sie nicht bewusst an einigen Stellen einsetzen willst. Wir sind oft unbewusst ein Fan von Füllwörtern, die unseren wertvollen Inhalt schwächen und verpuffen lassen.

Sei mutig und stelle Dich Ängsten: Da, wo der meiste Mut verlangt ist, ist die größte Wirkung. Trau Dir etwas zu, wenn es um Auftritte geht. Sei durchaus provokant in dem, was Du sagst, probiere etwas Neues und durchbreche Deine Scheu, vor Publikum aufzutreten.

Öffne Dein Visier und bekenne Farbe: Der Meinungsführer verkündet und stellt sich nicht sofort selbst in Frage. Beziehe klar Position stehe zu Deinen Aussagen. Rechtfertige Dich nicht, sondern begründe klar und verständlich Deine Haltung. Wiederhole Dich darin aber nicht immer wieder. Auch, wenn Du Fehler gemacht hast solltest Du selbstbewusst dazu stehen
und keine Ausreden suchen. Das spricht für Stärke und Verantwortung.

Freie Präsenz zeigen: Nimm den zentralen Punkt im Raum ein, anstatt Dich hinter Tischen, Kugelschreibern, Laserpointern oder Stühlen zu verstecken. Nur, wer im Mittelpunkt steht, bekommt Aufmerksamkeit, um zu überzeugen. Lerne es zu genießen, dass alle Augen auf Dich gerichtet sind.

Große Redner haben große Pausen: Mache nach jeder wichtigen Aussage 3 sec. Pause und senke Deine Stimme! Das erhöht Deine Wirkung enorm. Traue Dich, die Stille auszuhalten. Du wirst spüren, wie die Spannung steigt.

In Konzepten und Strategien verkaufen: Deine Aussage oder Deine Leistung sollte immer in eine übergeordnete Strategie eingebettet sein. Das unterstreicht die Qualität und überzeugende Zusammenhänge werden deutlich.

Treffe überraschende Aussagen: Zuhörer wollen Neues erfahren: Interessant, habe ich nicht gewusst! Die Spannung steigt dadurch sofort und die Aufmerksamkeit ist voll bei Dir.

Mensch anstatt technischen Hilfsmittel: Mache Dich nie zum Opfer Deiner Power-Point Präsentation und biete betreutes Lesen an. Räume alle „Aufmerksamkeitsfresser“ weg und bleibe selbst der Mittelpunkt. Technische Hilfsmittel unterstreichen Deine Aussagen, ersetzen sie aber nicht! Folien sollten so wenig wie möglich selbsterklärend sein und max. ein Foto enthalten. Je nackter die Folie / das Flipchart, desto größer die Wirkung. Einzig und allein das Handout, was Du nachher verteilst, darf selbsterklärend und umfangreich sein. Bereite Dich gut vor, damit Du die Folien-Präsentation nicht als persönliche Stütze
nötig hast.

Große Redner haben Großes mitzuteilen: Nutze große Gesten (Gestik aus der Schulter heraus führen) und große Fotos. Vermeide schnelle oder hektische Bewegungen. Erkläre mit der geschlossenen Hand und zeige nicht mit dem Finger auf etwas.

Verhalten am Flipchart: Streiche sichtbar das, was nicht zutrifft. Je plakativer Du erklärst, desto besser. Nutze dicke Stifte und schreibe leserlich. Wichtig: Sprich erst in der Sekunde, wo man das Wort erkennen wird. Zeichne schweigend, drehe
Dich dann zum Publikum und erkläre.

Und jetzt geht’s los! Viel Freude bei der Umsetzung.

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Headerbild © contrastwerkstatt (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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