Wie man Feedbackrunden optimal gestaltet und Feedback richtig gibt!

Wie gelingen effektive Feedbackrunden?

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 23 März 2015

Jeder, der ein Team führt oder Teil eines Teams ist, kennt sicherlich den Begriff „Feedback“ oder Feedbackrunde. Feedback ist eine gezielte Rückmeldung zur verbesserten Selbstwahrnehmung und effektiven, wohlmeinenden und offenen Kommunikation, bei der die persönliche Meinung außen vor bleibt und Beobachtung rückgemeldet wird. Doch wie läuft ein Feedbackgespräch oder eine Feedbackrunde eigentlich tatsächlich oft ab? Man könnte glatt sagen: „am Thema vorbei!

Hitliste der Kritikpunkte:
• Abweichen vom Thema 83 %
• schlechte Vorbereitung 77 %
• wenig Effektivität und Zielklarheit 74 %
• mangelnde Aufmerksamkeit der Teilnehmer 68%
• unsachliche, (ab)wertende oder verletzende Aussagen 64%
• ausufernde und abschweifende Erklärungen 62 %
• Besprechungsdauer 60 %
• fehlende Kooperation, Kritikfähigkeit und Einsicht der Teilnehmer 51 %

Ziele Feedbackrunde
Gezielte Rückmeldungen dienen in Kommunikationssituationen dazu, die Selbstwahrnehmung des Feedback-Empfängers zu verbessern und sein zukünftiges Verhalten zu beeinflussen. Feedback ist in beruflichen und privaten Beziehungen ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Kommunikation, dem Aufbau von Vertrauen und zur Vermeidung von Missverständnissen.

Selbstbild überprüfen
Selbstbild und Fremdbild sind fast nie deckungsgleich. Je offener und ehrlicher Menschen einander mitteilen, wie sie einander wahrnehmen (Fremdbild), desto besser kann jeder sein Selbstbild überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

Wirkung von Verhalten erkennen
Jedes Verhalten hat eine Wirkung und wird von anderen unterschiedlich erlebt und beurteilt. Durch offenes Feedback kann der Empfänger erfahren, wie er auf andere wirkt. Er kann nun überlegen, ob er das so will und kann gegebenenfalls sein Verhalten verändern.

Beziehungen klären
In Beziehungen wird vieles verschwiegen. Durch offenes Feedback wird Verborgenes erkennbar. Wünsche und Bedürfnisse, Freude und Anerkennung können ausgetauscht werden, aber auch Ängste und Verletzungen können angesprochen werden. Dadurch entsteht Vertrautheit, Vertrauen und Nähe.

Arbeitsfähigkeit verbessern
In vielen Gruppen werden Gefühle unter den Tisch gekehrt. Dort entfalten sie oft eine zerstörerische Wirkung. Widersprüchliche Ziele führen oft zu Konflikten. Im offenen Feedback können Gefühle gezeigt und Beweggründe und Bedürfnisse erklärt werden. Dadurch entsteht Klarheit und diese kann zu einer besseren Zusammenarbeit führen.

Nachfolgend ein Beispiel für eine effektive Feedbackrunde:

Ablauf
1. Kurze Einleitung und Austausch
2. Reihum erhält jeder Teilnehmer Feedback. Zunächst wird das Feedback der anderen NUR gehört.
Handelt es sich um ein Gespräch innerhalb einer Hierarchie und sind nur 2 Personen anwesend (z.B. in einem Mitarbeitergespräch), gibt es natürlich nur eine Person, die Feedback erhält.

Mögliche Formulierungen:
Ich habe beobachtet… / Mir ist aufgefallen…
Ich habe dabei gedacht/gefühlt…
Meine Reaktion war…Mein Eindruck war…die Außenwirkung war
Die Konsequenz war…
Ich würde mir wünschen… (Verbesserungsvorschläge anbringen)

Wichtig: Verzicht auf die eigene Meinung, Beurteilung, Belehrung, Verletzung, Verbesserung, Unterstellung, Besserwisserei, emotionale oder moralische Bloßstellung, Angriffe, Spitzfindigkeit, Provokation, Verallgemeinerung, Dramatisierung

3. dann äußert sich der Feedbacknehmer dazu
Meine Sichtweise ist…
Meine Absicht dahinter war….
Ich wollte erreichen…
Mein Gefühl war…

4. Dann offene Runde: Was ist uns gemeinsam miteinander aufgefallen in dieser Woche? Worauf sollten wir achten?

5. Gemeinsame Vereinbarung von Lösungen/Zielen oder Änderungen in der Gruppe und schriftliche Dokumentation

Headerbild © Brigitta Kemner
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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