Es ist egal, was die Anderen über Dich denken!

Was die Anderen denken

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 23 September 2016

Was ist der effektivste Weg, um unglücklich und unzufrieden zu werden und niemals das zu tun und zu erreichen, was DU Dir wirklich wünscht? Ganz einfach:

Du musst Dein Verhalten einfach nur danach ausrichten, was andere von Dir denken könnten, denken sollten, erwarten, denken oder gedacht haben. Versuche einfach, es in erster Linie den anderen recht zu machen. Versuche genau herauszufinden, wie Du für diese Menschen sein sollst und wie sie Dich haben wollen. Mache Dir immer wieder Gedanken darüber und stimme Dein Verhalten und Deine Selbsteinschätzung auf die Aussagen anderer Menschen ab. Nimm jede Kritik sofort ernst und persönlich. Verändere Dich umgehend, wenn jemand sich durch Dich gestört fühlt. Es ist ja schließlich auch nicht wichtig, was Dir gut tut, was Du fühlst und was Du willst. Oder?

Wozu bist Du auf dieser Welt? Musst Du den Vorstellungen Deiner Eltern entsprechen? Sind es die vielen Verpflichtungen, die Du erfüllen musst? Ist es Deine Bestimmung, so zu sein, wie andere Dich gerne hätten? Oder bist Du dazu da, dass möglichst viele Menschen positiv von Dir denken? Oder könnte der Sinn des Lebens vielleicht doch noch etwas anderes sein?

Natürlich leben wir in einer sozialen Gemeinschaft, haben unsere Pflichten und Verantwortlichkeiten und es gibt gewisse „Sach- zwänge“. Es ist vielleicht keine gute Idee zu sagen: „Ist mir doch egal, was mein Chef von mir denkt.“ Zumindest dann nicht, wenn ich nicht der Chef bin und mich dazu entschieden habe, meinen Job zu behalten. Ebenso sollte es Dich nicht kalt lassen, was Dein Partner über Dich denkt oder andere Menschen, die Dich gut kennen, Dir Gutes wollen und denen Du wichtig bist.

Die glücklichsten Menschen, die ich kenne, sind die, die sich auf ihre Themen konzentrieren, ihr eigenes Ding machen, auf ihre innere Stimme hören und sich mit dem beschäftigen, was ihnen wirklich wichtig ist. Und damit meine ich nicht Egoisten, die nur ihr eigenes Wohl im Kopf haben und auf Kosten von anderen Menschen leben. Da sind viele darunter, die anderen Menschen helfen, das Herz am richtigen Fleck haben und wertschätzend handeln. Es sind Menschen, die „Selbstfürsorge“ betreiben, innerlich frei sind und ihre Entscheidungen nicht daran festmachen, ob es genug Fürsprecher für die Idee gibt.

Je weniger Du Dein Leben von anderen Menschen abhängig machst, desto freier bist Du. Je unabhängiger Du davon bist, was andere von Dir denken könnten, desto mehr hast Du Dein eigenes Leben in der Hand. Dein Selbstvertrauen in Dich und Dein Urteilsvermögen wächst enorm. Du reagierst nicht, sondern Du agierst. Die Meinung anderer Menschen sollte eine Ergänzung sein, die wir freiwillig nutzen können, wenn wir ein geeignetes Gegenüber dafür gefunden haben, dessen Rat wir schätzen und respektieren.

Warum?

Können andere Menschen für Dich glücklich sein? Stecken andere Personen in Deiner Haut, haben Deine Erfahrungen und Prägungen oder Bedürfnisse? Kennen andere Menschen Deine verborgenen Winkel oder Sehnsüchte? Haben sie Deine Gedanken, Deinen Körper oder Dein Herz? Haben Sie Deine Perspektive?

Lerne, Deine eigenen Entscheidungen treffen, ohne zu viel oder nur auf andere zu hören. Viele junge Menschen wählen z.B. einen beruflichen Weg, den ihre Eltern vorgeben oder anraten. Sie tun das, weil sie wissen oder vermuten, dass ihre Eltern ihre wirklichen Wünsche kritisieren oder nicht anerkennen würden. Sie wollen Konflikte vermeiden und niemanden enttäuschen. Das führt oft in berufliche Unzufriedenheit. Man tut etwas, was man sich vorgenommen hat, ohne zu hinterfragen, ob man es will!

Wenn Dir etwas wichtig ist, dann solltest Du es trotz offener oder auch nur vermuteter Missbilligung Dritter tun. Oft sind diese Kritiker selbst nicht glücklich mit ihren Entscheidungen oder ihrem Leben. Mache auch Dein Gefühlsleben möglichst unabhängig von dem, was andere denken, sagen oder in welcher Laune sie sind. Jeder Mensch trifft zunächst einmal mit allem, was er sagt eine Aussage über sich selbst. Mit Dir hat das nur wenig zu tun.

Oft kommunizieren uns Menschen Neid, Ängste, Unzufriedenheit, Unvermögen oder Prägungen, wenn sie schlecht über Dich und Deine Ziele sprechen. Wenn Du Dich unabhängiger von all dem machst, wirst Du freier, entspannter, lockerer und Dein Leben wird unkomplizierter, weil Du Dich selbst nicht mehr so viel Zwängen, Bedenken und Gedanken aussetzt.

„Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen!“

Du wirst niemals verhindern können, dass andere Menschen etwas über Dich denken. Doch: was andere von Dir denken, das ist deren Sache. Du bist so wie Du bist und das hat gute Gründe. Das bedeutet nicht, dass der Rat von anderen Menschen, die Dir wichtig sind nicht zählt oder von Wert für Dich sein kann. Stolz macht steif. Nur ein offener Geist ist frei. Gleichgültigkeit ist nicht das Ziel. Höre Dir die Argumente von Gleichgesinnten, Familie, Freunden, Arbeitskollegen oder „Mentoren“ an und entscheide dann, ob sie wichtig für Dich sind oder nicht.

Letztendlich sollte aber immer Deine eigene innere Stimme Dein Boss sein. Deine innere Stimme ist der Sprecher Deiner Seele. Er weiß, was gut für Dich ist, drängt sich aber nicht auf. Die innere Stimme ist nicht der laute Papagei in Deinem Kopf (Dein Ego). Sie ist vielmehr Deine Intuition, die sich subtiler, aber deutlich meldet. Nur in der Stille kannst Du Zugang zu ihr finden …

Meine heutige Inspiration als PDF zum Ausdrucken
Headerbild © photowahn (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

Kommentare

  1. Hallo Britta,

    klasse Artikel zum Thema und vor allem der Punkt „Die glücklichsten Menschen, die ich kenne,
    sind die, die sich auf ihre Themen konzentrieren und ihr eigenes Ding machen“ kann ich zu 100 Prozent
    bestätigen. Seit dem ich das mache, geht es mir besser und wenn es mir besser geht haben auch Freunde
    und Bekannte eine bessere „Version“ von mir. Ich hab das Thema auch in meinen Blog vor ein paar Tagen
    angefasst. Unter http://selbst-schuld.com/was-denken-andere-von-mir/ sind meine Gedanken dazu.
    Vielleicht für den einen oder anderen Leser dieses Beitrages auch interessant?

    Ein paar nicht zu nachdenkliche Grüße 🙂 sendet

    Christian

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