So kann man Gesprächsangriffe erfolgreich abwehren!

Gesprächsangriffe abwehren

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 2 November 2015

Unfaire Angriffe erlebt jeder von uns beruflich sowie privat immer wieder. Man erkennt sie daran, dass sie vom eigentlichen Thema ablenken und gegen das „Fairplay“ des Miteinanders verstoßen und verhindern sollen, dass der Gesprächspartner seine eigenen Interessen wahrt und andere Standpunkte nur aus freiwilliger Einsicht übernimmt. Gesprächsangriffe können verdeckt oder offen geschehen. Dein Gegenüber versucht Dich zu emotionalisieren …Dich dazu bringen, verletzt zu sein, Deine Selbstkontrolle zu verlieren.

Wenn Du auf diese Angriffe reagierst, dann kannst Du versuchen, das Gespräch aufrechtzuerhalten, oder das Gespräch z.B. durch Schlagfertigkeit zu beenden. Grundsätzlich ist es zunächst hilfreich, dass Du innerlich bei solchen Angriffen zur Seite trittst: Nimm den Angriff unpersönlich und führe Dir die Unfähigkeit und Überforderung Deines Gegenübers vor Augen:
Je mehr Schwäche, desto mehr Machtmissbrauch und Lüge ist notwendig – Stärke kann aufrichtig sein!

Versuche dann die Aufmerksamkeit schnell wieder auf die Sache zu lenken und zunächst im Gespräch zu bleiben. Egal, ob Du offene, oder eher verdeckte Manipulation erkannt hast, bleibe selbstbewusst, ruhig, gelassen und lasse Dich auf keinen Fall einschüchtern. Falle weder auf Dominanzverhalten, noch auf Imponiergehabe oder Schmeichelei herein. Enttarne die Absicht und erwähne deutlich, dass Du kein Interesse an Spielchen hast. Mache klar, dass Du diese Form der Kommunikation nicht zulässt und äußere, was Du Dir stattdessen wünscht.

Typische „Gesprächsangriffe“ sind:
– persönlich beleidigen
– erpressen, drohen
– lügen
– nicht verstehen wollen
– Informationen bewusst zurückhalten
– blockieren, ausweichen
– „Schwarz-weiß-Malerei
– sabotieren
– Tatsachen verdrehen, verwässern
– Scheinargumente nutzen
– Zeitdruck erzeugen
– dramatisieren, emotionale Erpressung (z.B. Weinanfall)
– verunsichern
– ein schlechtes Gewissen erzeugen
– verhören
– überreden, schmeicheln

Ebenso kann ein Angriff erst nach einem Gespräch erfolgen: intrigieren, lästern, Vereinbarungen nicht einhalten oder uminterpretieren und Tatsachen verdrehen. Versuche deshalb wichtige Vereinbarungen konkret zu fassen und schriftlich zu hinterlegen. Erkenne diese Muster und benenne sie innerlich.

Wechsle dann die Position: Reagiere nicht unbewusst und anhängig, sondern agiere bewusst. Flüchte nicht, lasse Dich nicht unterdrücken oder zeige das gleiche Verhalten wie der Angreifer. Behalte einfach immer wieder Dein Ziel vor Augen und blicke mit Wohlwollen und einer gewissen Herzensgüte auf die Situation (auch, wenn es Dir zunächst schwerfällt). Versuche einen gemeinsamen Weg zu finden und eine Brücke zu bauen. Bewege Dich aus der Position des Angeklagten, indem Du selbst viele Fragen stellst und Informationen sammelst. Versuche ein Miteinander zu erzeugen anstatt ein Gegeneinander.

Falls Du eine Manipulation lieber unkommentiert übergehen möchtest, ist es wichtig, dass Dein Gegenüber merkt, dass Du den Versuch trotzdem wahrgenommen hast: führe z.B. gezielt eine kurze Pause (Stille) ein oder wiederhole immer wieder die Punkte, auf die es Dir ankommt und betone Deinen Wunsch des Miteinanders. Sei direkt und hartnäckig. Wenn es keine faire Lösung gibt, ist aktives Aussteigen unbedingt notwendig. Unterbreche das Gespräch deutlich und begründe Dein Verhalten. Mache dann einen Vorschlag, wie es weitergehen soll oder frage den Angreifer nach einer Idee.

Hier mein Notfallset der möglichen Abwehrstrategien:
• Aussage nicht persönlich nehmen, emotionale Distanz
• Aussage ganz konkret wiederholen lassen
• Möglichen Grund für den Angriff verbalisieren
• Kurze Pause, nicht kommentieren und einfach weitermachen
• Form beanstanden und bei Wiederholung Gespräch freundlich, aber bestimmend beenden
• Konkrete Beispiele einfordern und kritische Fragen stellen
• Den Nutzen des Angriffs hinterfragen
• Eine Brücke bauen und das Ziel immer wieder strikt und klar betonen
• Den Angreifer mit Liebe und Empathie kampfunfähig machen
• Auf keinen fall rechtfertigen, sich anstecken oder verunsichern lassen

Begegne Deinem Gegenüber immer in aufrechter Körperhaltung, suche Blickkontakt und lächle innerlich!

Headerbild © Jeanette Dietl (Fotolia)
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Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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