Fehler fördern den Fortschritt und helfen uns unsere Fähigkeiten und Grenzen besser einzuschätzen!

Fehler sind unsere Meister

von Brigitta C. Kemner
Veröffentlicht am 24 Juli 2014

Ich bin in meinem Leben immer und immer wieder gescheitert – deshalb habe ich so einen Erfolg (Michael Jordan)

Wie klingt das für Dich? Oft sehen wir Fehler als etwas, das es zu vermeiden gilt. Fehler bedeuten Scheitern und das ist schlecht! Ich denke allerdings: Fehler sind äußerst nützlich. Erfolgreiche Menschen sind so erfolgreich, weil sie Entscheidungen treffen, handeln und ausprobieren. Um Ergebnisse zu erzielen, muss ich ins handeln kommen und Position beziehen. Genau dabei geschehen oft Fehler. Die sind jedoch notwendig für Erfahrung und letztendlich den Erfolg.

Das Dilemma unserer Gesellschaft: Wir messen Menschen an ihrem Erfolg, wir verurteilen sie aber aufgrund ihrer Fehler oder Niederlagen. Fehler oder Misserfolge dürfen einfach nicht geschehen, sie sind tabu. Unsere Gesellschaft hat eine geringe Fehlertoleranz aber einen überhöhten Leistungsanspruch. Scheitern wird somit zu einer Bedrohung des Selbstwertes. Das liegt auch daran, dass Fehler in unserer Erziehung bestraft oder vermieden werden und nicht gefördert. Aus gut gemeinter Fürsorge wollen unsere Eltern uns vor Fehlern bewahren und behindern somit, dass wir durch eigene Fehler Selbstvertrauen aufbauen und erlernen. Wie vermeidet man Fehler?

Am besten möglichst wenig tun, keine Entscheidungen treffen, keine konkreten Aussagen treffen, alles immer wieder abwägen und nichts Neues oder Unkontrollierbares ausprobieren. Unsere innere Haltung: „Wenn etwas nicht sofort perfekt klappt, dann habe ich versagt!“ Ob und wann Menschen sich als „gescheitert“ sehen, hängt also auch von der Gesellschaft und unserer Erziehung ab. In erster Linie hängt es jedoch davon ab, wie WIR selbst es bewerten. Scheitern findet ausschließlich in unserem Kopf statt. Ob wir in Selbstmitleid verfallen, uns mit unseren Selbstvorwürfen quälen oder die negativen Gedanken abstellen, aufstehen, lernen und weitermachen, hängt also von uns ganz persönlich ab.

Fehler lassen sich nicht vermeiden, wenn wir in Aktion treten. Niemand gesteht sich gern ein, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, an einer Aufgabe gescheitert zu sein oder ein Projekt in den Sand gesetzt zu haben. Ein Ziel zu verfehlen ist schmerzhaft. Doch wie wir darauf reagieren, das haben wir in der Hand! Damit wir an Niederlagen wachsen können, müssen wir richtig mit ihnen umgehen. Wir brauchen ein neues Bewusstsein dafür und eine andere Bewertung. Wir können unseren Fehlern eine Menge „Positives“ abgewinnen:

Fehler bringen Selbsterkenntnis. Jeder Fehler hilft uns dabei, unsere Fähigkeiten und Grenzen besser einzuschätzen. Wir kennen irgendwann unsere Schwachstellen und wunden Punkte und lernen, diese zu integrieren. Selbstreflektion ist eine wichtige Fähigkeit im Leben. Fehler sind unsere Lehrer und Meister! Sie helfen uns dabei, unsere Lektionen zu lernen und sind somit wichtige Wegbegleiter unseres Lebens. Jeder Fehler macht uns besser. Wir lernen Vergebung und Mitgefühl. Durch unsere eigenen Fehler erhalten wir eine andere Sicht auf unsere Mitmenschen und erlangen mehr Verständnis, Toleranz und Mitgefühl für menschliche Fehlbarkeit.

Auch Vergebung, uns selbst und Anderen gegenüber, ist eine zentrale Fähigkeit in unserem Leben. Niemand ist perfekt, weder wir, noch andere Menschen. Fehler fördern Fortschritt. Angst lähmt, die Angst vor der Angst lässt Dich erstarren. Es gibt keinen besseren Weg, leben zu lernen, als durch Fehler. Oft trägt unser Scheitern rückwirkend betrachtet die größten Früchte für uns. Wo wären wir heute ohne unsere Fehler und Niederlagen? Fehler sind einfach notwendige Lernfelder, um weiter zu kommen! Es geht nicht darum, blind und unüberlegt zu handeln, es geht vielmehr darum, mutig zu sein und nach Lösungen zu suchen.

Wie stehst Du dazu? Was hast Du über Fehler gelernt? Was haben Deine Eltern, Großeltern oder wichtige Bezugspersonen zu Fehlern gesagt. Wie ist Dein Umfeld mit Fehlern umgegangen? Strebst Du danach, Fehler zu vermeiden? Traust Du Dich nicht, aktiv zu werden aus Angst vor Fehlern?

Verzeihst Du Dir keine Fehler?
Versuchst Du, Deine Kinder vor Fehlern zu bewahren?
Suchst Du ständig nach Fehlern bei Anderen oder bei Dir?
Denkst Du, dass DU fehlerhaft bist, wenn etwas schief gegangen ist?
Kannst Du Dich nicht anerkennen oder loben weil nichts gut genug ist?
Lobst Du Deine Mitarbeiter nicht, sondern sprichst nur über Fehler?
Verachtest Du andere Menschen für ihre Fehler?
Muss bei Dir alles perfekt sein?

Mit diesen Einstellungen behinderst Du Deine freie Entfaltung, deine Zufriedenheit und erreichst bei anderen Menschen eventuell sogar das Gegenteil von dem, was Du möchtest. Auch Dein Stresspotenzial steigt enorm und Deine Gesundheit leidet irgendwann.

Du darfst es ab sofort anders machen! Vielleicht milderst Du diese Zwänge etwas, indem Du Dir „Erlauber“ einbaust. Erlaube Dir zu lernen und Erfahrungen zu sammeln, denn nur so kannst Du wachsen und erfüllt leben. Erlaube Dir, Fehler zu machen und dadurch der perfekte Mensch zu sein. Erlaube Dir, ungünstige Entscheidungen zu treffen, um Selbstsicherheit aufzubauen …

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Headerbild © Dafan01 (Fotolia)

Brigitta C. Kemner

Eine gute Bedürfnisbalance sowie innere Stabilität und Gesundheit sind die wichtigste Basis für stabile Leistungen in einem anspruchsvollen Berufsalltag. Sie können mich als Katalysator, Förderer, Impulsgeber, Erwecker, Berater, Lehrer, Begleiter und Trainer nutzen. Als Expertin für das Thema Leistungskraft und Leadership liegen meine Schwerpunkte in allen Themen, die unser „Menschsein“ betreffen ...

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